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Interview (Musik)Blättern: Vorheriger Artikel | Nächster Artikel

FEUERDORN: Weder gut noch böse

Anlässlich ihres großen Jubiläums, im Jahre 2024, erschien für mich der richtige Zeitpunkt zu sein, um der Band Feuerdorn, die "Acoustic Mittelalter Folkrock" betreiben, einige Fragen in einem E-Mail-Interview zu stellen.

Lukas:
Ihr habt 15-jähriges Bandbestehen. Großen Respekt, das ist eine beachtliche Zeit. Was darf man in diesem Jahr von Euch erwarten?

Carina:
Danke! Dazu muss man vielleicht sagen, dass die wenigsten von uns tatsächlich 15 Jahre Bandgeschichte auf dem Buckel haben.

Kraon:
Ich leider schon, die Lachfalten werden immer deutlicher im Spiegel! :D Aber danke dafür! Es ist viel Zeit vergangen, seit dem Traum Dudelsack zu spielen und mit meiner Band durch die Lande zu ziehen. Es war und ist auch nicht immer einfach, aber der Moment, vor die Menschen zu treten und zu spielen, ist noch genauso intensiv schön wie vor 15 Jahren. Nur dass sich die Spielorte erheblich verändert haben. Ich glaube, dass ich im Namen aller sagen kann, wir sind dankbar dafür das machen zu dürfen!

Inge:
Bin sowieso der Meinung, dass wir eine andere Zeitrechnung in der Band einführen... Elf Jahre Feuerdorn und der Rest ist dann im Jahr vier vor Inge :P
Da wir vorhaben, zukünftig häufiger in der großen Besetzung aufzutreten, werden wir in diesem, vor allem aber im nächsten Jahr, wohl häufiger unser Konzertprogramm mit Gesang, Gitarre und Bass spielen.

Kenny:
Und natürlich darf man das neue Album mit Spannung erwarten. Dazu neue Fotos und super Konzerte im Sommer!

 Feuerdorn

Lukas:
Ist es ein Geheimnis oder kann man den Titel der CD schon erfahren?

Kenny:
Ich denke, da der Titel alles und nichts verrät, können wir sagen, dass das neue Album Fluch und Segen heißen wird.

Lukas:
Gab oder gibt es eine spezielle Rollenverteilung beim Songwriting und anschließend im Studio?

Marco:
Für das Songwriting ist hauptsächlich Carina verantwortlich. Sie schreibt die Texte und arrangiert oftmals die grundlegenden Akkorde und Gesangsmelodien dazu aus. Manuel steuert häufig Dudelsackmelodien bei und Beides lässt sich sehr gut ergänzen. Bei diesem Album bin ich das erste Mal involviert und lasse mit meiner Gitarre noch Ideen zum Arrangement einfließen. Da ich über die Jahre viele Erfahrungen im Bereich Tontechnik gesammelt habe, unter anderem durch mein angefangenes Tontechnik-Studium, werde ich das Mixing und Mastering dieses Albums übernehmen. Der Gesang und die Gitarre wurden bei diesem Album bei mir zu Hause aufgenommen, den Bass nahm Felix bei sich auf. Das Schlagwerk, die Dudelsäcke, Rauschpfeifen und Drehleier wurden wie bei den Alben vorher in einem anderen Studio bei "Heavy" (One-In-One Studios, Nordhausen) aufgenommen, da in meinem kleinen Wohnzimmer nicht so viel Platz ist. Für die Session im großen Studio habe ich Vorproduktionen aufgenommen, zu denen es sich angenehmer auf Click spielen lässt und Kenny und Manuel ein realistischeres Feeling beim Einspielen ihrer Instrumente haben konnten.

Carina:
Tatsächlich läuft viel Songwriting im Hintergrund ab. Häufig ist eine Melodie-Idee das Grundgerüst für einen neuen Song, dann wird fleißig über ein Kompositionsprogramm arrangiert – vor allem die mehrstimmigen Instrumentalspuren. Das haben bei der Schicksalspfade hauptsächlich Manu und ich übernommen. Die neue CD ist außerdem viel von Kennys Ideen geprägt.
Die arrangierten Ergebnisse landen in unserer Band-Dropbox und dann wird daran gebastelt, bis wir das Ganze mit in die Bandprobe bringen und Gitarre, Bass und Drums kreativ werden können. Das ist der spannendste Part, weil hier oft der eigentliche Flow des Songs erst entsteht und gerade durch die Suche nach einem Konsens oft etwas völlig Unerwartetes entsteht.

Lukas:
Welchen Einfluss hat eure große Auswahl an verschiedenen folkigen/ mittelalterlichen Instrumenten an eurer Musik?

Kenny:
Einfluss haben die Instrumente natürlich auf das große und außergewöhnliche Klangerlebnis. Vielmehr Einfluss haben aber die Einzelnen Bandmitglieder. Jeder kommt aus einem anderen Genre und daraus ergibt sich eine bunte und abwechslungsreiche Musik.

Carina:
nickt zustimmend ;)

Lukas:
Schicksalspfade enthält mit dem Bonustrack 17 Lieder, was wirklich außergewöhnlich viel ist. Kann man erneut mit einer ähnlich hohen Anzahl der Songs rechnen? Könnt Ihr dazu schon etwas sagen?

Carina:
Oh ja, bei Schicksalspfade hatte es uns gepackt. Ich war gerade neu in der Band und hatte unheimlich Bock zu Komponieren - das kam perfekt überein mit unvollendeten Dudelsackmelodien von Manu, die nur darauf gewartet hatten, verwendet zu werden - Und dann in den Proben kamen wir als Band in einen solchen Flow, dass wir nicht zu bremsen waren. Ich denke, deshalb quillt diese CD so über von Liedern.

Kenny:
Auf der Neuen gibt es diesmal "nur" 13 Songs und dazu einen Bonustrack - die Songs sind dieses Mal aber auch sehr aufwendig und ausgefeilt.

Lukas:
Euer letztes Album war ja zum Großteil sehr mythologisch behaftet, was mir persönlich echt gut gefällt. Ich finde sowas spannend. Welchen roten Faden kann man bei der frisch aufgenommenen CD erwarten?

Carina:
Auch im neuen Album begegnen wir verschiedenen Figuren aus Märchen und Mythen - das ist in diesem Genre wohl auch nicht ganz wegzudenken. Der rote Faden findet sich aber vor allem in den Geschichten und Hintergründen dieser Figuren, die weder strahlende Helden, noch finstere Bösewichte sind. Eben irgendetwas dazwischen. Ein Werwolf, der seine Liebste vermisst, die Schneekönigin, die in der Einsamkeit ihres Schlosses umherwandelt, Achilles, der für Ruhm und Unsterblichkeit zu allem bereit ist - da scheitert man daran, diese Charaktere strikt dem Guten oder Bösen zuzuordnen. Diesen Gegensatz haben wir versucht im Titel Fluch und Segen widerzuspiegeln.

Lukas:
Schicksalspfade erschien vor fünf Jahren. Gibt es einen Grund, dass Ihr sagtet, Fluch und Segen muss dieses Jahr auf den Markt?

Kenny:
Hauptgrund ist, dass die neue CD längst überfällig war und zufälliger Weise haben wir dazu in diesem Jahr unser 15-jähriges Jubiläum.

Lukas:
Aus welchem Grund lag so viel Zeit zwischen den beiden Alben?

Kenny:
Die neue CD sollte eigentlich schon lange draußen sein, aber aufgrund von Corona und verschiedenen Schicksalspfaden waren es nun leider doch fünf Jahre. Die anderen drei Alben kamen in einem Abstand von je zwei Jahren raus.

Carina:
Corona hat uns schon ziemlich überrollt. Dazu kam noch die Suche nach einem Gitarristen, was sich als schwieriger erwiesen hat als gedacht. Außerdem kommen die Mitglieder unserer Band aus allen möglichen Ecken Deutschlands und sind in unterschiedlichster Weise noch nebenher kreativ eingebunden.
Sobald wir unseren bandinternen Startschuss für das Album abgegeben hatten, ging es dann doch recht schnell. Viele Songs hatten wir schon in unterschiedlichen Stadien ausgearbeitet in der Dropbox und in den Konzeptionsproben waren wir dann schon beinahe gruselig diszipliniert - dafür aber auch sehr produktiv und kreativ. Lasst euch überraschen!

Lukas:
Was inspiriert Euch zu den Themen, die Ihr auf den Alben habt?

Carina:
Puh, da die Texte meist auf meine Kappe gehen, sollte ich da wohl Antworten liefern.
Im Grunde sind es hauptsächlich Assoziationen. Meist inspiriert die Melodie zum Text. Ich hör mir eine Komposition aus der Dropbox an und denke: "Das klingt für mich nach einem sich ausbreitenden Feuer, irgendwie dringlich und unaufhaltsam." So ist zum Beispiel Das Feuer entstanden. Oder Manu - er ist Elektriker - singt mir auf der Leiter stehend eine Sprachnachricht ins Handy "Dam-dam-dam" - und dann "Minotaurus - Oho!" oder so - und dann schnapp ich mir diese Idee und wenn es mich packt, dann geht es sehr schnell und der Song steht. Reimen fällt mir nicht schwer. Manchmal kommen auch die Geschichten zuerst. Das Märchen "Die Schneekönigin" hat mich irgendwie gepackt. Es hat Tiefgang und interessante Figuren. Das inspiriert mich dann, einen Song dazu zu schreiben. Ich beleuchte gern bekannte Figuren oder Handlungen aus neuen Perspektiven oder aus den Figuren heraus.

Lukas:
Im Jahre 2024 hat nicht nur Eure Band als solches Jubiläum, sondern auch einer Eurer Musiker. Verratet doch bitte, wer hat von Euch den wievielten Jahrestag in Eurer Gruppe und wie fühlt man sich in so einem Jahr?

Kenny:
Ich denke das betrifft mich. Ich bin dieses Jahr 10 Jahre Teil dieser Band. Für mich ist es wirklich ein sehr Jubiläums-reiches Jahr. Zehn Jahre in der Band, 15 Jahre Feuerdorn und ich selber werde dieses Jahr doppelt so alt wie die Band - also 22 :P.
Ich fühle mich alt und glücklich. Ohne die Band wäre ich nicht der Mensch, der ich heute bin und ich denke, ich beschere meinen Kollegen auch immer, sagen wir, ereignisreiche Erlebnisse :D

Lukas:
Dann habt ein schönes Jubiläumsjahr. Worauf freut ihr euch in diesem Jahr besonders?

Kenny:
Wir freuen uns darauf, endlich die neuen Songs präsentieren zu dürfen, neue Leute kennen zu lernen, Videos zu drehen und natürlich wunderbare Konzerte mit unseren Zuhörern erleben zu dürfen.

Lukas:
Dann bedanke ich mich bei Euch für die schönen Informationen und zum Abschluss dürft Ihr noch ein paar letzte Worte an die Leser und Hörer Eurer Musik richten.

Carina:
Wir freuen uns wie Schnitzel auf die neue Saison und das neue Album - und vor allem auf Euch! Wir sehen uns!

Art des Interviews: Email
04/03/24 by Lukas
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