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Interview (Musik)Blättern: Vorheriger Artikel | Nächster Artikel

D-A-D: Die L.A. GUNS waren wütend über unseren Erfolg auf der Bühne

Vor der Pandemie 2019 veröffentlichte die dänische Band D-A-D ihr letztes Studioalbum „A Prayer For The Loud“.. Seit letztem Jahr sind sie auch wieder live unterwegs. Da ich leider nicht die Möglichkeit hatte sie im letzten Jahr zu sehen, war ich natürlich happy, als ich hörte sie treten in Marbella auf. Also Flug gebucht, Hotel reserviert und dann hatte ich auch noch das Glück ein Interview mit der Band zu machen. In Gitarrist Jacob Binzer und Drummer Laust Sonne hatte ich auch sehr redselige Gesprächspartner.

Gisela:
Ich bin nicht so ganz sicher, denn in manchen Medien wird behauptet das die Gründung von D-A-D 1982 und andere meinen, dass es 1984 war. Was ist denn nun richtig?

Jacob:
Die offizielle Gründung der Band fand 1084 statt und ich weiß auch nicht warum das Jahr 1982 kursiert.

D-A-D

Gisela:
Habt ihr denn schon einiges für euer 40-jähriges Jubiläum geplant?

Laust:
Im Moment noch nicht, aber das ganze Jahr über werden wir sehr viele Shows spielen und dann im nächsten Jahr noch ausgedehnter zu touren und natürlich auch feiern.

Gisela:
Ich möchte ein wenig auf die komplette Geschichte der Band eingehen, denn es gibt da doch einiges was ziemlich interessant war. Ihr habt damals euren Sound als Cowpunk bezeichnet. Könnt ihr mir das einmal erklären?

Jacob:
Also wir kamen aus der Punk-Szene und wir haben damals herausgefunden, dass wir immer mehr in die Country-Ecke gingen, aber mit den Punk-Roots. Wir waren damals auch gerade mal 16 oder 17 Jahre alt und uns gefiel es auch uns dem Sound gemäß anzuziehen. Wir hatten mit dieser Mischung aus den unterschiedlichen Stilen sehr viel Spaß gehabt und wollten dies dann auch live zu präsentieren.

Gisela:
Ihr hattet ja auch sehr viele Ideen für ein Bühnen-Outfit. Ich kann mich heute noch sehr gut an eurem Auftritt in der Düsseldorfer Philipshalle erinnern, als ihr den Supportslot für SKID ROW gespielt habt. Das war Anfang der 90iger Jahre, nach dem Release des Albums Riskin´ It All, als ihr dieses übergroße Wohnzimmer mit dem Sofa für den Drummer und zudem ein komplettes Wohnzimmer installiert hattet.

Jacob:
Ich erinnere mich sehr gut an diese Shows und das lustige daran war, dass wir zuletzt auf die Show sprangen. Auf der Tour waren auch noch die L.A. GUNS mit dabei, aber es gab wohl irgendwelche Probleme und so musste L.A. GUNS die Show eröffnen und wir waren dann die zweite Band des Abends. Die Band war wütend und sie hassten uns und das traf auch auf SKID ROW zu.

Gisela:
Und ihr hattet genauso wie das Publikum eine Menge Spaß.

Jacob:
Das ist richtig, denn das Publikum ging richtig ab und sie liebten uns dafür, nur die zwei Bands nicht.

Gisela:
Ich möchte noch einmal ein wenig wieder zurück in der Zeit gehen. Auf dem 1989 veröffentlichten Album No Fuel Left For The Pilgrims befand sich ja der Song Sleeping My Day Away. Für mich hatte es den Anschein, dass er textlich ein wenig eure soziale Situation reflektierte, denn ihr seid ja nicht im besten sozialen Umfeld aufgewachsen.

Jacob:
Das ist richtig, denn wir mussten morgens nicht früh aufstehen, um ohne Hosen zur Arbeit zu gehen, das war ein Joke. So haben wir dann auch unser damaliges Leben in unseren Songs verarbeitet. Wir begannen das Proben meistens um ein Uhr nachts und danach gingen wir dann wieder in die Bar zurück. So kam es, dass wir morgens länger geschlafen haben. Das war ein großartiges Leben, aber zum Glück hat sich das ja geändert.

Gisela:
Und du warst damals nach eigenem Statement auch der einzige Musiker in der Band.

Jacob:
(lacht) Richtig und das ist bis heute so geblieben.

Laust:
(lacht ebenfalls) Das halte ich aber für ein großes Gerücht.

Gisela:
Ich habe irgendwo gelesen, dass ihr für den Titelsong No Fuel Left For The Pilgrims auch Protest und Briefe von arabischen Fundamentalisten bekommen habt und ihr den Song dann für eine Zeit aus dem Programm genommen habt.

Jacob:
Ja wir bekamen einige Reaktionen auf den Song, aber es war nicht so schlimm gewesen, wie es damals die Presse geschrieben hat. Wir haben auch den Song nicht aus dem Programm genommen, denn so heftig war die Kritik dann doch nicht.

Gisela:
In der Geschichte von D-A-D gab es auch auf und ab, wie z.B. beim Album Simpatico, dass von, vor allem dänische Fans nicht so gut aufgenommen wurde.

Laust:
Das kam wohl davon, dass es sehr unterschiedlich ausgefallen ist, aber dafür sind wir aber auch bekannt. Aber irgendwie haben sich die Fans, vor allem die dänischen, auch mit diesem Album arrangiert.

Jacob:
Nimm auch das vorangegangene Album Helpyourselfish, denn auch das war wieder ganz anders als unsere ersten Veröffentlichungen. Das sind halt wir, denn wir schreiben Songs wie wir sie fühlen. Genau deswegen sind sich die Fans nicht sicher, welches Album denn nun das Beste ist.

Gisela:
Ich liebe Helpyourselfish auch, genau wegen des unterschiedlichen Sounds. Ich möchte nun ein wenig auf euch als Musiker eingehen. Ich weiß das Jesper ein eigenes Plattenlabel gegründet hat. Laust ist sehr dem Electro-Pop zugewandt und Jacob mag auch den Jazz. Laust hast du eine eigene Band?

Laust:
(flüstert mir leise zu) Sag es aber keinem weiter! Ich bin aufgewachsen nicht nur mit Punk, sondern auch mit Jazz, Funk, Afro-Music und Rock´n Roll. Die Rockmusik kam bei mir aber ganz zum Schluss, wie ein Unfall.

Gisela:
Und das jetzt auch schon für fast 25 Jahre bei D-A-D.

Laust:
Richtig, aber ich habe auch nebenher eine Band, die sich dem Electronic-Pop widmet. Ich brauche da schon die Abwechslung.

Jacob:
Ich für meinen Teil spiele zusammen mit meinem ehemaligen Rechtsanwalt Jazz. Wir spielen auch kleinere Konzerte in Bars oder Restaurants. Das alles machen wir aber „Just For Fun“.

Gisela:
Denkt ihr das dies der Grund ist, dass euer Sound immer so unterschiedlich ausfällt?

Jacob:
Das sehe ich genauso, denn wir sind halt offen für alles. Vielleicht kommt es auch von unserem sozialen Hintergrund, wo und wie wir vor allem aufgewachsen sind.

Laust:
Wenn wir neue Songs schreiben, gibt es keine Grenzen, denn wir komponieren die Songs aus unserem Gefühl heraus und die könnten unterschiedlicher nicht sein.

Gisela:
Vor einigen Jahren bei einem Konzert habt ihr die beiden Alben Riskin It All und No Fuel Left For The Pilgrims von oben nach unten gespielt. Ist dies gut beim Publikum angekommen?

Laust:
Das ist sehr gut angekommen und die Leute lieben halt die alten Songs, vor allem, wenn man nur diese bei einem Konzert spielt. Es waren auch nur wirklich die Fans zugegen, die uns schon von den Anfangstagen her kennen.

Gisela:
Für euer fantastisches letztes Album A Prayer For The Loud hattet ihr euch in Dänemark eine sehr interessante Promotion ausgedacht, denn es waren auch Wahlen in Dänemark.

Laust:
Ja wir haben die Promotion Poster für unser neues Album direkt neben den Postern der zu wählenden Politikern aufgehängt. Das war ein Spaß!

Gisela:
Hat sich denn keiner beschwert, dass ich das gemacht habt?

Jacob:
Nein keiner hat sich deswegen beschwert, mehr noch die Leute fanden es eine gute Idee. Uns hat das wirklich viel Freude bereitet.

Gisela:
Ist ja auch eine super Idee und vor allem erreicht man damit auch jede Menge Leute. Jetzt kommen wir ein wenig mehr zur Gegenwart. Ihr habt im April euer Album Riskin´ It All auf orangen Vinyl re-released. Was war der Grund dazu?

Jacob:
Wir wollen alle Alben auf Vinyl veröffentlichen und natürlich wollen wir und die Plattenfirma auch Geld damit verdienen (lacht).

Laust:
(großes Gelächter) Wir hätten es schon seit 20 Jahren machen können, aber jetzt sind wir bereit. Es riecht nach Geld.

Gisela:
20 Jahre kein Vinyl…

Laust:
… und 20 Jahre kein Geld

Gisela:
Ich habe auf eurer Facebook-Seite gesehen, dass ich wieder an neuem Material im Studio an einem neuen Werk arbeitet, ist das richtig?

Jacob:
Ja wir schreiben gerade an neuen Songs und nehmen sie dann als Demos auf. Immer wenn wir neue Ideen haben gehen wir ins Studio und so wird das noch bis nach der Festival-Saison gehen.

Laust:
Im Herbst werden wir dann das neue Album fertig aufnehmen, denn bis zu diesem Zeitpunkt haben wir genügend neues Material an Demos aufgenommen. Das Album soll dann im Frühjahr 2024 veröffentlicht werden.

Gisela:
Gut zu hören, denn es ist ja seit dem letzten Album A Prayer For The Loud, welches 2019 veröffentlicht wurde, ist ja eine lange Zeit ins Land gezogen. Kommen wir zum heutigen Abend. Ich habe gelesen, dass ihr heute in Marbella das A-Game auf die Bühne bringen wollt. Was kann darunter verstehen?

Jacob:
Wir sind untröstlich, dass wir den Bühnenaufbau nicht benutzen können. Wir hatten einen LKW-Fahrer, der durch ganz Europa fährt und er hätte das alles für uns mitgenommen, Wir hätten sehr gerne unseren kompletten Bühnenaufbau mitgenommen, aber leider funktionierte es nicht. So treten wir heute mit unserem B-Game auf.

Gisela:
Also ist das A-Game eure größere Bühne. Ich habe das nicht gewusst.

Laust:
(Lacht) Du musst auch unsere Webseite besuchen. Ja es ist der Bühnenaufbau mit dem Karussell worauf das Schlagzeug drapiert wird. Sieht cool aus.

Gisela:
Das kann ich mir denke. Wie sieht denn noch der Sommer in Bezug auf Festivals für euch aus?

Jacob:
Da gibt es noch einige in Skandinavien wo wir auftreten werden. Schade ist, dass das „Bang Your Head“ Festival in Deutschland leider nie mehr stattfinden wird, wo wir auch spielen sollten. Schade, dass solche renommierten aufgeben müssen. Das ist sehr schmerzlich für die Metal-Szene. Sicher ist aber, dass wir nächstes Jahr, nach dem release des neuen Albums wieder auf Tour gehen werden, die uns durch ganz Europa bringen wird.

Dann kann ich euch nur noch viel Glück für die nächste Zeit wünschen und ich denke wir sehen uns dann im nächsten Jahr wieder.

https://www.facebook.com/d.landafterdark

Art des Interviews: face2face
06/03/23 by Gisela
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