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Interview (Musik)Blättern: Vorheriger Artikel | Nächster Artikel

Agathodaimon

Es hat sich viel getan in den letzten Jahren, und doch ist irgendwie alles beim Alten... Zumindest sind Agathodaimon nach wie vor eine Referenz im kreativen und düsteren Metal-Bereich, wie ihre neueste Kreation Phoenix unlängst bewiesen hat.
Anlässlich dieses Releases sah ich mich genötigt, der Band ein paar (rauschmittelferie ;))Fragen zu schicken, welche mir Sathonys dann auch umgehend und offen beantwortet hat.

Otti:
Zwischen euerem neuesten Album Phoenix und dem Vorgänger "Serpent´s Embrace" sind 5 Jahre vergangen. In welchen finsteren Dimensionen habt ihr euch denn in der Zwischenzeit rumgetrieben?

Sathonys:
Wir waren zwischenzeitlich fleißiger als man denken mag - es gab in der Zeit auch viel Leerlauf, aber leider auch einige Besetzungswechsel. So haben wir mittlerweile unter anderem einen neuen Sänger namens Ashtrael, welcher Frank „Akaias" Nordmann ersetzte. Ebenso wurde ein neuer Schlagzeuger und Gitarrist eingearbeitet, und allein die Suche und die Auditions waren ein langwieriger Prozess, zumal wir zwischenzeitlich noch einen anderen Sänger hatten, der aber nach einem knappen Jahr aus Zeitgründen wieder das Handtuch werfen musste. Derlei Dinge halten natürlich ziemlich auf und können auch viel Energie kosten. Mit der neuen Besetzung sind wir allerdings wieder sehr aktiv und vor allem kreativ, haha.


"Unser Gitarrist Jan hätte sicher gern eine wiederauferstandene Blues- oder Jazz-Legende mit von der Partie..."

Otti:
Wie man so liest hat Phoenix fast ausnahmslos gute Kritiken bekommen. Gab es den auch Reviews oder Reaktionen zum Album, die euch regelrecht verletzt haben?

Sathonys:
Nun ja, ganz so krass ist es zum Glück nicht, auch wenn ich sehr enttäuscht war, dass wir ausgerechnet im Rock Hard eine schlechte Kritik erhielten. Vom Rock Hard hatten wir bislang nie Unterstützung in Form von Interviews oder ähnlichem erhalten, deshalb hätte es mich gefreut, wenn die Kritik für PHOENIX gut ausgefallen wäre. Die Kritik schrieb ein Bekannter, der mir glücklicherweise im Detail erklären konnte, was ihm am Album effektiv nicht gefallen hat. Zwar nicht alles davon nachvollziehbar und teilweise recht subjektiv betrachtet, aber solange man wenigstens das Gefühl hat, dass der Rezensent auch das Album überhaupt angehört hat, ist das im Endeffekt nicht ganz so tragisch, hehe. Bei manchen Kritiken bin ich mir da nicht so sicher, insbesondere wenn wilde Vergleiche gezogen werden oder Dinge scheinbar gehört die eigentlich gar nicht vorhanden sind. Aber generell sind die Reaktionen der Fans bislang sehr gut, worüber wir uns natürlich sehr freuen. Mit schwankenden Kritiken hatten wir sowieso gerechnet, da wir davon ausgingen, dass die Scheibe auch polarisieren würde. Wenn man allein bedenkt, das die Presse die CD inkl. Bonustracks erhielt, also mit ca. 73 Minuten Spielzeit zu kämpfen hat, dann darf man da nicht immer eine objektive Rezi erwarten. Schließlich hat nicht jeder die Zeit, sich die CD einige Male durchzuhören, die sich noch dazu stilistisch sehr breit gefächert gibt. Aber wie gesagt, wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz bislang.

Otti:
Eher eine Frage die ihr sicher häufiger hört, aber in euerem Fall interessiert es mich persönlich: Wie gestaltet sich bei euch in der Regel das Songwriting? Also wie entstehen solch komplexe und vielschichtige Melodie-Strukturen?

Sathonys:
Mühselige Kleinarbeit, haha! Nein, das ist völlig unterschiedlich. Du musst bedenken, dass das Songwriting bei uns nicht die Domäne nur einer Person ist, sondern dass alle Mitglieder Songs oder Ideen beisteuern können. Dadurch entsteht natürlich auch eine gewisse Bandbreite, die stilistisch abgedeckt wird. Jeder von uns hat andere Favoriten oder musikalische Vorlieben, die dann mehr oder minder direkt ins Songwriting einfließen. Auch die Herangehensweise ans Songwriting ist unterschiedlich. Unser neuer Gitarrist Jan ist beispielsweise sehr akribisch und komponiert bis ins kleinste Detail, allein an den Soli dürfte er sich eine lange Zeit festgebissen haben. Jan studiert Musik um Gitarrenlehrer zu werden, da ist natürlich viel Musiktheorie im Spiel, während beispielsweise bei mir eher die subjektiv empfundene Ästhetik als die formelle Struktur im Vordergrund steht, also viel nach Gefühl geht. Was auch daran liegt, dass ich von der reinen Theorie nicht viel Ahnung habe, haha!

Otti:
Euere Homepage befindet sich derzeit anscheinend im Umbau. Wann wird es denn wieder was spannendes zu bestaunen geben, und welche Multimedialen Besonderheiten erwarten den gemeinen Fan und Besucher dort in Zukunft?

Sathonys:
Ach herrje, mein Sorgenkind. Da kam einiges zusammen - ich erhalte auch regelmäßig einen Anschiss von meinen Kollegen, warum das so lang dauert. Initial war ein Providerwechsel ausschlaggebend, bei dem das Zeitfenster für den Datenbank-Export während des Wechsels zu gering war, so dass ich einige Zeit mit Datenrettung bzw. des Restaurierens von Daten beschäftigt war. Dann kam direkt ein Umzug inkl. Renovierung der neuen Wohnung, momentan bin ich immer noch nicht in meinem Arbeitszimmer mit Internet versorgt und muss mich auf einem kleinen Notebook in das unzulänglich gesicherte WLAN eines Nachbarn einschnorren, hehe. Die neue Website ist allerdings im Entstehen, aufgrund der Wartezeit wird sie aber wohl in noch recht rudimentärer Form online gehen. Ein Zeitfresser ist, dass ich die Inhalte in ein CMS einbringen will, also eine Website, die über einen Browser verwaltet werden kann. Wir hatten früher bereits eine sehr umfangreiche Galerie, die werden wir sicher in erweiterter Form wieder veröffentlichen. Einige Web2.0-Features sollen im Lauf der Zeit dazu kommen, ich würde gern mehr Community-Inhalte einbringen. Das Forum wird vermutlich aber erstmal außen vor bleiben, da Myspace und Co. heutzutage eher genutzt werden. Apropos, Myspace, Youtube etc. sind natürlich noch erreichbar, gerade auf Youtube haben wir einige neue Clips hochgeladen, was wir auch verstärkt fortsetzen wollen. Wie auch immer, ich hoffe, das ich Ende Mai das verfluchte Teil online stellen kann, das hat bei mir derzeit höchste Prio.

Otti:
Im Moment habt ihr noch recht wenig Live-Termine für dieses Jahr angekündigt. Ist es heutzutage überhaupt noch leicht, regelmäßige und gute Gig-Gelegenheiten zu ergattern?

Sathonys:
Wir hatten zur VÖ einige Konzerte angesetzt (u.a. mit Catamenia und Agrypnie) und versuchen jetzt, für Sommer und Herbst noch einiges zu arrangieren. Da ist leider noch nicht viel spruchreif - das liegt zum Einen daran, dass wir Konzertpläne auch an den Arbeitszeiten bzw. Möglichkeiten der einzelnen Mitmusiker ausrichten müssen, zum Anderen macht sich auch bemerkbar, dass wir eine recht lange Pause hatten, gar keine Frage. Die Metal-Szene wird immer schnellebiger. Aber wir haben dennoch einige interessante Angebote, die wir jetzt nur irgendwie unter einen Hut bekommen müssen, hehe.

Otti:
Ihr wehrt euch anscheinend bewußt gegen die Einordnung in irgendwelche Genre-Schubladen. Wie erklärt Ihr euch denn das menschliche Bedürfnis, alles zu Etikettieren und zu katalogisieren? Und was würde mit dem Journalisten geschehen, der euch versucht als Emo-Core einzustufen?

Sathonys:
Ich denke, es ist nicht unbedingt ein menschliches Bedürfnis, sondern das von Journalisten, die mit möglichst wenig Worten eine möglichst konkrete Schublade für ein Produkt suchen - ist doch auch praktisch, wenn ein Leser sich sofort vorstellen kann, wie die CD einer noch unbekannten Band klingen mag. Allerdings ist das bei uns recht schwer... unsere Einflüsse stammen aus dem Black, Death, Thrash und Heavy Metal, noch dazu diverse Metal-untypische Elemente und eine düstere Atmosphäre, die uns immer wieder in die Gothic-Ecke drückt. Deswegen bevorzugen wir die recht frei definierbare Worthülse Dark Metal. Emo-Core geht gar nicht - nichts gegen Melancholie, solange diese Weltschmerz á la My Dying Bride ausdrückt. Aber sobald es in diese moderne, weinerliche Emo-Ecke geht, nein danke. Abgesehen davon fehlt es am „Core", glücklicherweise sind solche Vergleiche damit hoffentlich recht abwegig.


"Mich würde eine Kooperation mit David Bowie reizen, oder vielleicht auch Nina Hagen"

Otti:
Ihr habt für den Film "Alone in The Dark" damals den Song zum Soundtrack beigesteuert... Ich muss gestehen, ich habe ihn nicht gesehn, aber Uwe Boll genießt den Ruf sämtliche Spieleverfilmungen in den Sand zu setzen. Wie seht ihr das?

Sathonys:
Unumwunden gesagt, der Film ist ziemlicher Mist. Im Vorfeld war auch nicht klar, dass Uwe Boll Regie führen würde. Uns wurde nur gesagt, dass eine Verfilmung des Spiels mit Christian Slater in der Hauptrolle noch Soundtrack-Beiträge sucht. Als alter Fan der ersten zwei Teile des Spiels war ich erstmal begeistert, aber leider hatte der Film nichts mit dem Cthulhu-Mythos des Spiels zu tun, und als ich dann die finale Version sah - oh je oh je. Ich wundere mich immer, wie es Dr. Uwe Boll schafft, die Lizenz für eine Verfilmung eines recht populären Films zu erhalten und relativ renommierte Schauspieler zu verpflichten. Man erinnere sich mit Grauen an die Verfilmung von Far Cry, hehe. Da wir aber unseren Song für zu schade fanden, nur auf dem Sampler und noch dazu nur für bestimmte Territorien erhältlich zu sein, packten wir ihn in der Originalversion und einer neuen Version als Bonussong auf das Digipack.

Otti:
Generell, seid ihr auch Computer/-Konsolenspieler? Oder gar dem klassischen Pen & Paper zugeneigt? Welche Games würdet ihr spontan zu eueren drei Bandinternen Favoriten ernennen?

Sathonys:
Wie gerade eben zwischen den Zeilen zu lesen war, bin ich seit frühester Jugend anfällig für gute Computerspiele. Also primär alles was als jugendgefährdend gilt, nämlich in erster Linie Shooter wie Crysis, Doom, Painkiller oder Dead Space. Früher habe ich mich auch Rollenspielen gewidmet, aber leider sind diese verfluchten Dinger einfach zu zeitintensiv. Pen&Paper ist allerdings nichts für mich. Der Rest der Band ist nicht sonderlich PC- oder Konsolenbegeistert, wobei Ashtrael meines Wissens einem guten Spiel auch nicht abgeneigt ist. Meine Allzeit-Favoriten wären jedenfalls Unreal, Blood 2 und Metal Gear 2, falls diese überhaupt jemand kennt, hehe.

Otti:
Nun ist ein gewisser Herr Obama seit fast einem halben Jahr Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Was meint Ihr in wie weit das Einfluß auf die welt und euer persönliches Leben hatte bisher?

Sathonys:
Ich bin da etwas skeptisch - das hatte ja teilweise schon etwas sakrales, wie dessen Wahlergebnis gefeiert wurde; als wäre der neue Erlöser gekommen. Ich halte Obama prinzipiell für einen guten Präsidenten, insbesondere im Vergleich zu seinen Vorgängern, aber ich denke nicht, das er Wunder bewirken kann - was scheinbar insbesondere das amerikanische Volk zu erwarten scheint. Natürlich hat die USA und deren Handeln großen Einfluss auf die Welt bzw. Wirtschaft, mich persönlich hat es allerdings noch nicht spürbar getroffen. Da sind Dinge wie die heraufbeschworene Wirtschaftskrise schon deutlich greifbarer.

Otti:
Nochmal zurück zur Musik: Mit welcher Nicht-Metal-Band würde ihr gerne mal einen gemeinsamen Song aufnehmen, und was meint Ihr könnte dabei herumkommen?

Sathonys:
Herrje. Es gibt zwar viele Bands außerhalb der Metal-Szene die mich begeistern können, aber ob das dann auch passen würde? Wenn wir mal aus dem Vollen schöpfen; mich würde eine Kooperation mit David Bowie reizen, oder vielleicht auch Nina Hagen - da würde auf alle Fälle etwas unvorhergesehenes, frisches dabei herauskommen. Apropos, schade das Klaus Kinski nicht mehr lebt, der Mann hatte auch etwas besonderes, haha. Und unser Gitarrist Jan hätte sicher gern eine wiederauferstandene Blues- oder Jazz-Legende mit von der Partie...

Otti:
Zum Schluss noch etwas ganz anderes: Wenn ihr euch alle in Sagen- oder Fantasygestalten verwandeln würdet, welches Bandmitglied würde wohl zu welche Kreatur mutieren?

Sathonys:
Meine Güte, wir sollten im Vorfeld eine Drogenkontrolle für Journalisten einführen, dann würden uns solch obskure Fragen erspart bleiben, hehe. Ich glaube, ich darf hier nicht für meine Mitmusiker sprechen, sonst gibts nachher mächtig einen auf den Deckel. Aber ich denke, ich würde mich für den guten, alten Vampir entscheiden, da ich sowieso eher nachtaktiv bin und ich somit einen geregelteren Tagesablauf hätte, haha.

Art des Interviews: Email
05.05.2009 by Otti
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