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Interview (Musik)Blättern: Vorheriger Artikel | Nächster Artikel

EXIT TO EDEN: Goth´n´Roll und der Garnelenlord

Zum Jahreswechsel 2019/2020 wurde ich seitens des Labels NRT-Records auf die Veröffentlichung der neuen Exit To Eden-EP Love And Other Nightmares aufmerksam gemacht. Die Band war mir bis dato unbekannt, entpuppte sich aber als eine coole Goth´n´Roll-Formation aus Wien, und auch die EP wusste zu überzeugen. Ein Mail-Interview ward vereinbart, die Fragen rausgeschickt... Und dann kam Murphy, in Form von Corona und einem Technik-Fehler. Jetzt endlich sind die Antworten aber bei mir eingetroffen und Ihr könnt so einiges über Exit To Eden und ihre neueste Veröffentlichung erfahren!

Otti:
Beginnen wir mal ganz am Anfang - da ich tatsächlich bisher von Eurer Band noch nie gehört hatte, vermute ich, dass es dem einen oder anderen Leser auch so geht. Kurz zusammengefasst: Wer sind Exit To Eden und was zeichnet Euch als Band aus?

David:
Wir kommen aus Wien, einer der schönsten und zugleich morbidesten Städte der Welt. Wo sonst begegnen sich Eleganz und der Tod so erhaben, um einen Walzer zu tanzen? Und wir sind das Orchester, das dem Treiben die Klangfarbe verleiht. Höret selbst, und taucht ein in eine Welt der romantischen Dunkelheit.

Bernie:
Weniger theatralisch gesagt, 4 Jungs die einen mehr oder weniger leichten Hang zu Düsterem pflegen. Jeder mit seinen persönlichen Eigenschaften und Skills, und doch eine Einheit, wie die vier Reiter der Apokalypse. Fuck. Doch Theatralisch. Geht wohl nicht anders!

Exit To Eden: Love And Other Nightmares
"Ohne Gut kein Böse, Yin und Yang, Liebe und Hass, Dunkelheit und Licht... "

Otti:
Der Goth´n´Roll, dem Ihr Euch verschrieben habt, ist ja eine spezielle Ausrichtung des Goth Rock, die von Bands wie The 69 Eyes kultiviert wurde. Wer waren Eure konkreten Inspirationsquellen bei der Soundfindung, und wo seht Ihr Eure eigene Handschrift in Eurer Musik?

David:
Tatsächlich haben wir alle ganz unterschiedliche musikalische Wurzeln und Vorbilder. Jeder von uns bringt sich und seinen Stil auf gewisse Weise in das Songwriting ein. Die Schnittmenge daraus ergibt den markanten Sound von Exit to Eden, der sich eigentlich recht schwer einordnen lässt und dementsprechend viel Spielraum zulässt. Gemeinsamkeit ist auf jeden Fall der Rock´n´Roll und die Liebe zum Düsteren, die sich vor allem auf das Erscheinungsbild der Band auswirkt. Diese beiden wesentlichen Komponenten verkörpern das Motto von Exit to Eden: Goth´n’ Roll.

Bernie:
Ich persönlich habe oft darüber nachgedacht, wie wir unseren Musikstil beschreiben sollen. Dark Rock, Goth‘n‘Roll, Gothic Rock.... für mich ist Goth‘n‘Roll, wenn man mal davon absieht dass Jyrki69 und seine Kumpanen diese Trademark eigentlich im Herzen tragen, stets am passenden. Wir machen Rock´n´Roll und den ziemlich Gothic.

Otti:
Nachdem ihr zwei Alben veröffentlicht habt, erscheint nun dieser Tage Eure neue EP Love And Other Nightmares. Welche Erfahrungen aus den bisherigen Veröffentlichungen haben Euch bei den Arbeiten an der EP besonders geholfen?

David:
Beim letzten Album (II) haben wir uns richtig ins Zeug gelegt. Wir hatten eine Crowdfunding-Action am Start, haben dazu Videos gedreht und das Ding richtig gepusht. Diesmal wollten wir es etwas ruhiger angehen, zumal es ja auch kein vollwertiges Album geworden ist. Wir sind froh, dass wir sofort das Label NRT ins Boot holen konnten. Phil, unser Labelboss, hat uns diesmal beim Release massiv unterstützt, eine wichtige Sache die uns leider bei den letzten beiden Veröffentlichungen gefehlt hat.

Bernie:
Love And Other Nightmares war das erste Album für mich bei Exit to Eden, wo ich von Anfang an an allen Songwriting Prozessen beteiligt war. Beim Vorgänger II standen die Instrumentalteile so gut wie fest, auch Lyrics waren vorhanden. Die habe ich aber zu einem großen Teil verworfen und für mich passende geschrieben. Deswegen war es für mich eine neue Erfahrung, bei ETE zu 100% involviert zu sein und das gab mir den gewissen Drive, den es meinerseits gebraucht hat, um diese EP zu dem zu machen was sie ist.

Otti:
Was waren die größten Hürden, die ihr nehmen musstet, um die neuen Aufnahmen fertigzustellen?

David:
Leider ist unser damaliger Bassist aus privaten Gründen aus der Band ausgestiegen. Die Aufnahmen waren fast fertig, aber dennoch ist uns damals die Luft ausgegangen. Wir waren auf der Suche nach einem Ersatz und gleichzeitig mussten wir das Ding noch fertig machen. Beim Mix hatten wir erschwerender Weise noch den Atlantik dazwischen, und auch die Labelsuche danach hatte Zeit und Energie gekostet. Wir sind froh, dass es am Ende doch geklappt hat und das Ergebnis kann sich hören und sehen lassen!

Bernie:
Ja die größte Hürde war definitiv der Wegfall des Bassisten.

Otti:
Inhaltlich geht es auf Love And Other Nightmares - wie der Name schon erahnen lässt - viel um Liebe, aber insbesondere um deren "dunkle Seiten". Wie nah liege ich mit dieser Interpretation an Euren Intentionen? Und aus welchen Erfahrungen sind die Texte gewachsen?

David:
...Bernie...

Bernie:
Ich war immer schon ein Fan von Dualitäten. Ohne Gut kein Böse, Yin und Yang, Liebe und Hass, Dunkelheit und Licht... und aus diesem Grundgedanken entstand auch Love And Other Nightmares, da die Liebe auch unschöne Seiten mit sich bringen kann. Und da wir die Emotion Liebe bewusst nicht steuern können, sind wir dem auch noch hoffnungslos ausgesetzt. Das fand ich es wert, näher zu beleuchten, und so finden sich auf dem Album sowohl Titel pro als auch contra Liebe. Die schönen Seiten und die Nightmares. Von Selbstliebe (Without That Pain) bis hin zu Gemeinschaft (Goth´N´Roll Head), Verlust (Bad Day), Sehnsucht (EMS) etc.

Otti:
Was zeichnet Liebe für Euch aus?

Bernie:
Unser Intro der EP beantwortet diese Frage ziemlich gut.

Otti:
Neben jener großen Emotion, was sind aktuell für Euch die wichtigsten Themen, mit denen Ihr Euch Beschäftigt? Und welchen Einfluss haben die auf Euer Schaffen als Musiker?

David:
Musik ist ein wesentlicher Bestandteil in meinem Leben. Sie beeinflusst die Art und Weise, wie ich durchs Leben gehe oder die Dinge wahr nehme. Es ist als hätte ich ständig meinen Soundtrack im Ohr - haha.

Bernie:
Ach ich beschäftige mich mit so vielen Dingen und alles ist immer irgendwie miteinander verstrickt. In der Musik wird sehr viel von mir "verarbeitet".

Otti:
Wenn Ihr nun die EP nochmal im fertigen Zustand betrachtet - worauf seid Ihr bezüglich Love And Other Nightmares besonders stolz?

David:
Dass uns eine hörbare Weiterentwicklung der Band bzw. des Sounds gelungen ist.

Bernie:
3 Dinge. Erstens, dass ich meinem persönlichen Vorhaben mal ein wenig mehr zu singen als zu schreien, gerecht geworden bin.
Zweitens, dass Without That Pain und EMS, die als Acousticnummern entstanden sind, wachsen durften und es auf die EP geschafft haben. Drittens, dass wir meine Tättowiererin Anastasia Grichina dazu gewinnen konnten, für das großartige Innenleben des Booklets zu sorgen und unsere Lyrics auch bildhaft darzustellen.

Otti:
Als Österreicher habt ihr im vergangenen Jahr recht turbulente Zeiten in der Politik durchlebt. Inwieweit hat Euch selbst das betroffen und beschäftigt?

David:
Wir huldigen inzwischen dem Garnelenlord, der unsere Politik und Religion, gemeinsam mit unserer Liebe zu gutem Essen und befriedigendem Liebesleben vereint.

Bernie:
Praise the Lord Gamberetto!

Otti:
Nehmen wir nun mal an, Ihr könntet irgendeine historische Person - egal ob Musiker oder nicht - als Gast für ein Lied gewinnen. Wer wäre das, und worauf begründet sich diese Wahl?

David:
Salvador Dali - ich konnte mich schon immer für den Surrealismus begeistern! Ich würde ihn bitten, das Bühnenbild zu unserem Song Dreaming Weird zu gestalten.

Bernie:
Und ich würde gerne ein Musikvideo mit Robert Wiene als Regisseur drehen.

Otti:
Daran anknüpfend, wer sind für Euch die Helden der Gegenwart?

David:
Jeder, der etwas erschafft oder etwas tut, was wirklich einen Sinn macht.. davon gibt es vergleichsweise wenig, und das macht sie gewissermaßen zu meinen Helden.

Bernie:
Wie sang Falco schon so schön? Wir san die Helden von heut...

Otti:
Und mit Aussicht auf das noch junge Jahr 2020: Was sind Eure konkreten Pläne für Exit To Eden?

David:
Wir wollen den Schwung aus dem CD Release mitnehmen und so viele leute wie möglich damit erreichen. Dazu gehören noch 2 ausständige Videoclips, und natürlich Live Gigs. Nebenbei laufen bereits die Arbeiten an neuem Material für eine weitere Veröffentlichung, für die wir uns diesmal nicht so viel Zeit lassen wollen.

Bernie:
Ein Acoustic Gig in Wien, ein neues Album und viele geile Konzerte weiter weg.

Website:
exittoeden.at

Art des Interviews: Email
14.05.2020 by Otti
EXIT TO EDEN in unserer Band- und Künstlerdatenbank

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