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WISBORG: From The Cradle To The Coffin

Im Bereich der dunklen Rockmusik gibt es immer wieder mal spannende Newcomer, doch die wenigsten schaffen es, nachhaltig Spuren zu hinterlassen. Eine Combo, der dies gelingen könnte, sind Wisborg aus Hannover und Berlin. Im Dezember letzten Jahres konnten wir Konstantin und Nikolas bereits in einem Interview vorstellen, welches sich nicht zuletzt auf ihr erstes Album The Tragedy Of Seconds Gone bezog. Jetzt hat das Duo die zweite Langspielplatte fertig gestellt und unter die Leute gebracht. From The Cradle To The Coffin ist Ende März bei Danse Macabre erschienen.

Dabei fällt gleich auf, dass das neue Werk mit einem Track eröffnet wird, der den gleichen Namen wie das Label trägt. Ob das Lied Danse Macabre eine Hommage oder ein Dankeschön ist, müssten wir gegebenenfalls in einem weiteren Interview klären. Fakt ist aber, dass die Band auf From The Cradle To The Coffin stilistisch genau da weiter macht, wo sie schon mit The Tragedy Of Seconds Gone viele Fans gewinne konnte: Moderner Gothrock mit Dark Wave-Elementen und einem Schuss Metal. Letzteren meine ich tatsächlich auf der neuen LP an vielen Stellen etwas mehr heraus zu hören als noch beim Vorgänger, aber das könnte auch eine subjektive Wahrnehmung sein.

Fakt ist, dass Wisborg ihrem neuen Material Raum zur Entfaltung geben, ohne dass es zu wirr wird. Etwas komplexere Kompositionen gipfeln gerne in pointierten Parts, wie man es vom (eigentlich von mir nicht besonders gemochten) Doom Metal kennt. Das Stück Sardonic Laughter Of Doomed Lovers ist hier ein prima Beispiel, welches aber überraschenderweise nicht nervt, sondern Sinn ergibt. Andere Stücke liegen mir aber deutlich mehr. So hat das über weite Strecken gesangsfreie Pianostück Vanitas den Charme früher Lacrimosa-Werke, Don´t Dig Deep In The Shallow kombiniert ein waviges Intro mit schon fast Thrashmetal-lastigen Gitarren und im geradlinigen, treibenden Beat von Spirits That I Called geht das Gothrocker-Herz absolut auf.

Der Song, der komplett hervor sticht, ist Beautiful & Broken - hier spielt ein deutlicher Synth-Einschlag eine Rolle, gepaart mit Industrial-Elementen, die Trent Reznor alle Ehre machen würden. Wisborg zeigen, dass sie viele Gesichter haben, und obwohl dieses Stück so anders erscheint, fügt es sich doch wunderbar ins Gesamtbild von From The Cradle To The Coffin ein.

Der große "Wow"-Effekt, den ich bei The Tragedy Of Seconds Gone hatte, bleibt freilich aus. Den Sound von Wisborg kenne ich nun, habe ihn liebgewonnen und freue mich, ihn so schnell auf From The Cradle To The Coffin in nuanciert verfeinerter Form wiederzufinden. Wer den Vorgänger gut fand, wird entsprechend auch das neue Album lieben - und ich bin, wie schon eingangs erwähnt, guter Dinge, dass diese Band viele Fans gewinnen und tatsächlich bleibenden Eindruck in der Szene hinterlassen kann und wird!

Trackliste
01. Danse Macabre
02. Spirits That I Called
03. Don´t Dig Deep In The Shallow
04. The Reaping
05. Vanitas
06. Blood Is Life
07. Beautiful & Broken
08. Sardonic Laughter Of Doomed Lovers
09. Apocalypse
10. Cruelty Of Time

Veröffentlichung: 29.03.2019
Stil: Gothic Rock/Dark Wave
Label: Danse Macabre
Website: www.wisborg-band.com
Facebook: www.facebook.com/wisborgband/

Cover
Supremacy 1914

04/16/19 by Otti
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