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Interview (Musik)Blättern: Vorheriger Artikel | Nächster Artikel

Sankt Otten: Schlechte Laune, gutes Essen und Sambuka

Einmal mehr hat die Arbeit für das schöne SLAM-Magazin mir eine tolle Band näher gebracht, die ich ansonsten womöglich nie entdeckt hätte. In der kommenden Ausgabe stelle ich Sankt Otten in einer kleinen Story vor, zudem gibt es meine Review zum aktuellen Album Messias Maschine zu lesen.
Zu diesem Zwecke hatte ich der Band ein paar Fragen via Email geschickt, welche mir Stephan Otten - Die eine Hälfte von Sankt Otten - ausführlich, sympathisch und informativ beantwortet hat. Was der Gute zu berichten hat, lest ihr im folgenden. Und wenn ihr dann neugierig seid - Lauscht doch einfach mal in die Messias Maschine hinein. Es lohnt sich!


Sankt Otten mit Jaki Liebezeit

Otti:
Euer neuestes Album Messias Maschine steht nun in den Startlöchern und hat mich definitiv auch überzeugt. Wie fühlt ihr euch denn mit dem fertigen Produkt, und was bedeutet das Werk für euch?

Stephan:
Gerade beim neuen Album können wir wirklich sagen, dass wir ein bisschen stolz darauf sind!
Speziell darauf, wen wir für eine Zusammenarbeit begeistern konnten. Wir hatten schon länger den Plan, etwas mit Gastmusikern zu machen, nun hat es endlich mal geklappt. Man kann schon sagen, dass wir Fans von allen Bands sind, deren Musiker bei uns mitspielen.
Gibt es etwas schöneres als z.B. Deinen Lieblingsdrummer mit auf dem eigenem Album zu haben?
Ein Album nach monatelanger Arbeit in Händen zu halten, ist wirklich ein beruhigendes Gefühl. Es ist für mich der Abschluss von andauerndem Zweifel, ob wirklich alles gut genug ist, und der Verführung, nochmal hier und da etwas an den Tracks zu ändern.

Otti:
Geprägt ist Messias Maschine auch von den zahlreichen Gastkünstlern, die verschiedene Instrumente beisteuern. Inwieweit haben diese Kollaborationen denn auch die Kompositionen der Stücke beeinflusst?

Stephan:
Die Kompositionen der Tracks selbst, wurden hierbei nicht so sehr beeinflusst. Der geneigte Hörer hört schon sofort den typischen "Sankt Otten-Sound" heraus. Es sind vielmehr die Sounds, die Neues in unser Universum bringen. Wir haben u.a. nun ein Theremin mit dabei, dass sich wunderbar in unseren Sound einfügt. Dieses Instrument ist unglaublich schwer zu spielen und der Australier Miles Brown (Heirs/Night Terrors) ist ein Meister daran.
Für das 12 Minuten Abschlussstück des Albums Endlich ein schlechter Mensch haben wir uns gedacht, dass ein Saxofon gut passen könnte. Christoph Clöser von Bohren & der Club of Gore hat unseren Wunsch hiernach wahr gemacht. Generell lag beim letzten Album Sequencer Liebe der Fokus beim Schlagzeug auf elektronischen Drums. Durch die Mitarbeit von Harald Grosskopf (Ashra/Klaus Schulze), Jaki Liebezeit (Can) und A. E. Paterra (Zombi/Majeure) haben wir auch wieder klassisches akustisches Schlagzeug mit dabei.

Otti:
Jeder Titel klingt wie der Name einer Geschichte, die dann durch die Musik transportiert wird. Wie darf man sich denn die Entstehung euerer Musik vorstellen?

Stephan:
Da wir instrumentale Musik machen, ist der Songtitel für uns um so wichtiger. Jeder darf sich bei unserer Musik selbst seine kleinen persönlichen Filmchen im Kopf projizieren, wenn er mag. Die Titelnamen sollen dieses fördern.
Wir arbeiten nicht mehr wie klassische Rockbands im Proberaum und machen Sessions, bei denen dann hoffentlich Ideen für Songs hängenbleiben. Unsere Tracks entstehen im Regelfall aus Synthesizer-Flächen. Ich schraube stundenlang an Software-Synthesizern um schöne Klänge zu finden. Dabei ist die Stimmung der Klänge, die hierdurch erzeugt werden besonders wichtig. Sie müssen spontan berühren und tief gehen. Wenn dann eine Basis an gutem Sound da ist, basteln wir an der Melodie und entscheiden dann, ob das eher ein Ambient-Song wird, oder ob noch Schlagzeug dazukommt.

Otti:
Bandname, diverse Tracks und auch der Name des Albums implizieren eine gewisse Affinität zu spirituellen bzw reilgiösen Themen. Welche Rolle spielt dieser Faktor in der Schöpfung eurer Musik?

Stephan:
Bei unserem Bandnamen liegt die Idee nahe, den Titeln auch Namen aus dem klerikalem Kontext zu geben. Wir machen uns daraus mittlerweile einen großen Spaß. Kleine Wortspielereien gehören aber auch dazu (z.B. Es ist nicht alles Gott was glänzt / Wunden gibt es immer wieder / Da kann selbst Gott nur staunen / Auf Sünde folgt Strafe / Kann denn Liebe Synthie sein? / Wir sind Deine Propheten). Wir hegen dabei übrigens keinerlei Zuneigung zur Kirche, ganz im Gegenteil.

Otti:
Was inspiriert euch generell?

Stephan:
Schlechte Laune, gutes Essen und Sambuka.

Otti:
Wenn ihr euch den aktuellen Musikkosmos so anschaut, speziell was die elektronische Musik betrifft, wie würdet ihr die durchschnittliche Qualität und Kreativität heutiger Künstler bewerten?

Stephan:
Ich muß für mich gestehen, dass ich nicht sonderlich tief im Thema aktueller Elektronischer Musik stecke. Mir fällen da M83 ein, die sehr schöne Momente haben. Com Truise macht nette tanzbare Sachen mit herrlich verstimmten 80s-Synthies. Fast hätte ich Ulrich Schnauss vergessen, der uns auch ein paar Spuren für einen Track geschickt hat. Der macht sehr entspannte Sachen. Mein Kollege Oli steht u.a. gerade auf James Blake, glaube ich.
Generell hört für mich persönlich gute Elektronik auf, wenn der Fokus zu sehr auf der Four-to-the-floor - Bass Drum liegt.

Otti:
Und zu guter letzt: In den vielen Jahren, in denen Euer Projekt nun existiert, habt ihr sicher schon einiges zusammen erlebt. Was ist euch als schönste Erinnerung im Gedächtnis geblieben?

Stephan:
Da gibt es einiges, besonders aber in den letzten Monaten sind uns nette Sachen widerfahren.
Kürzlich haben wir den "Deutschen Preis für Elektronische Musik - SCHALLWELLE" bekommen. Den ersten Blumentopf, den wir gewonnen haben...
Das spannendste für uns beide war aber definitiv der Besuch bei Jaki Liebezeit in Köln. Da haben wir uns gefreut wie die kleinen Jungs, als er uns eingeladen hat, etwas mit ihm aufzunehmen. Jaki ist ja nun mittlerweile 75 und eine wirkliche Legende am Schlagzeug. Er hat dann ganz locker drei Tracks für uns an einen Nachmittag eingetrommelt. Er hat uns dann völlig freie Hand gelassen, was wir daraus machen. Danke.

www.sanktotten.de

Art des Interviews: Email
13.05.2013 by Otti

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