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Ottistock 2008

Und noch einmal...

Es soll sie ja immernoch geben, die Menschen denen der Begriff Ottistock nichts sagt. Vielleicht sind das auch gar nicht mal so wenige, immerhin liegt die Zahl der auf Erden wandelnden Humanoiden derzeit bei grob geschätzt 6,7 Milliarden.
Auf der anderen Seite habe ich keine Lust mir jedesmal die Finger wund zu tippen, wenns um dieses Thema geht, dahr nur eine ganz kurze Erleuchtung für die Unwissenden: Früher, also als ich noch jung war, habe ich jahrelang zu meinem Geburtstag ein kleines Musikfestival veranstaltet, welches als Garten-Pogo-Party begann und schließlich zu einer kreisweit bekannten Institution wurde. Der Hintergrund war einfach eine nette Party mit Bands auszurichten, der Eintritt sollte immer bei 0 Euro bleiben, und Getränke zum fast-Selbstkostenpreis angeboten werden. Das ging auch jahrelang gut, machte viel Spaß, scheiterte dann aber irgendwann einfach daran, daß ich zum einen keine geeignete Räumlichkeit mehr dazu fand, und zum anderen zwischenzeitlich auch einige finanzielle Engpässe durchmachte und es mir einfach nicht mehr leisten konnte.
Jetzt, 9 Jahre später, ergab es sich, daß ich sowohl kohletechnisch etwas abgesicherter bin, als auch durch Zufall eine scheinbar ideale Räumlichkeit fand, um die Legende wieder aufleben zu lassen.

Wie es dazu kam

Es ergab sich vor wenigen Monaten, daß mein Freund Dominik mich zu seiner Geburtstagsparty einlud. Diese sollte am Güterbahnhof in Geldern stattfinden, in einem gemütlichen kleinen Party- und Proberaum. Kaum hatte ich die Location damals betreten, war ich mir sicher, daß dies ein Zeichen sei: hier musste einfach ein neues Ottistock aufgeführt werden.
Zu dieser Gelegenheit lernte ich auch den Raumeigner, im folgenden nur noch R. genannt, kennen. Man einigte sich schnell darauf, daß man sich hier einig werden könne... oder so. Für einen zwar nicht allzu günstigen, aber aus der damaligen Perspektive fairen Preis sollte ich den Raum am 06.09. zur Verfügung haben. Fair schien es mir, weil der Raum über eine komplette PA und Lichtanlage verfügte, R. meinte er müsse noch einen Toilettenwagen anmieten und Bauzäune bestellen, um das Gelände etwas abzugrenzen, und ich mich aber um nichts zu kümmern brauchte... Dachte ich. Aber dazu gleich mehr.
Frohen Mutes nutzte ich die Folgewochen, um mir drei tolle Livebands an Land zu ziehen, die ich dann auch mit Cerion, Scoreboot und To Resist Fatality fand. Gleichzeitig wurde eine unglaubliche Promotion gestartet, um der Welt die frohe Botschaft vom Ottistock-Revival nicht vorzuenthalten. Alles schien perfekt... Aber lasst mich nun zuerst von den Problemen berichten, die im Rahmen des Ottistock auftraten.

Problem 1: R. ist nicht zu erreichen

Alles war organisiert, nur noch ein paar Kleinigkeiten in Bezug über das Equipment hätten noch geklärt werden sollen - Nur als ich das dann eine Woche vorm großen Tag tun wollte, war R. einfach nicht zu erreichen. Ich versuchte anzurufen, schrieb SMS, und bekam dann am Montag die knappe Antwort, er sei noch in Holland, und melde sich wenn er wiederkäme. Nur wann sollte das sein? Als ich dann bis Mittwoch sonst auch nichts weiter gehört hatte, und vor blank liegender Nerven kurz davor war das Ganze abzusagen, kam dann endlich ein Anruf von der Frau von R. Diese meinte dann zu mir, daß alles klar ginge, klärte mit mir die Einzelheiten und erwähnte so nebenbei, daß ja die ausgemachte Miete eigentlich zu günstig sei, woraufhin ich nur erwidern konnte, daß ich mich darauf verlassen habe, und mit mehr Miete sicher die Pary nicht angesetzt hätte. Aber es schien alles okay.
Kurz darauf rief dann Dominik an: Der Toilettenwagen müsse nochmal extra gemietet werden, aber da er es war, der den Preis ausgehandelt habe, würde er die Kosten übernehmen. Nur solle ich halt eben schauen, daß ich noch einen organisiert kriege. Na toll, soviel zum Thema Absprachen. Abgesehen davon, daß ich bis heute nicht verstehe, warum Dominik sich solch einen Ärger von einem "Freund" aufhalsen lässt, verbrachten erst ich und dann meine Mutter den gesamten Donnerstag mit der Suche nach einer kurzfristigen Miettoilette. 2 Tage vor einem Wochenende gestaltet sich sowas als extrem schierig, da die meisten Sanitärverleiher nunmal schauen, daß sie ihre Einrichtungen auch ausgelastet haben... Dem unermüdlichen Einsatz meiner lieben Mama ists dann zu verdanken, daß wir wenigstens noch ein Dixieklo aufstellen konnten. Die Woche vor dem Ottistock war jedenfalls schonmal die Hölle für mich - Aber wenigstens war dann Freitag Mittag klar, daß nun alles wie geplant stattfinden konnte.

Problem 2: Wenig Besucher

Mir war klar, daß nach einer so langen Pause das Ottistock nicht mehr alleine mit seinem Namen genügend Publikum ziehen wurde, also wurde Werbung gemacht was das Zeug hält. Das, und die Aussagen vieler Leute, daß sie kommen täten und noch wüssten dass dieser und jener auch noch erscheinen würde, ließ mich damit rechnen, daß wir mit wenigstens 80 Leuten feiern würden - Was den Raum auch gut gefüllt hätte. Auch die Tatsache, daß ich erst kurz vor dem Veranstaltungstermin erfuhr daß am gleichen Wochenende in mindestens drei Nachbarstädten größere Stadtfeste etc stattfanden, entmutigte mich nicht. Daß wir dann allerdings "nur" mit etwa 60 Personen feierten, war doch etwas schade. Weniger für mich, als für die Bands, letztlich wirkte der Konzertraum vor allem am Anfang dadurch etwas leer. Aber gut, sowas sind Kleinigkeiten.

Problem 3: Das bittere Ende

Das einzig wirklich große Problem war das Ende der Party. Es mag seltsam erscheinen, daß ich mitten im Bericht das Ende vorweg nehm, aber ich möchte diesen Scheiß ein für allemal abschließen. Wichtig ist es vor allem auch für diejenigen Gäste, die es nicht im vollen Ausmaße mitbekommen haben.
Fassen wir nochmal kurz zusammen: Ich hatte von R. jenen Raum zu einem nicht gerade kleinen Preis gemietet, und hab auch keinen größeren Aufstand gemacht, als dann kurzfristig noch gewisse Konditionen geändert wurden (siehe "Problem 1"). Nein, eigentlich kam ich mit R. und seiner Frau wunderbar zurecht, hab den beiden auch die gleiche kostenlose Verpflegung mit Speis und Trank zukommen lassen, die sonst den unentgeltlichen Helfern und Bands vorbehalten war.
Nun begab es sich, daß im Laufe des Abends irgendwann auch ein paar Freunde von R. eintrudelten, die natürlich gerne mitfeiern konnten. Etwas komisch fand ich nur gleich, daß R. kurzerhand den Nebenraum, der eigentlich als eine Art "Backstage" gedacht war, auf einmal jedem zugänglich machte, und seine Freunde sich die meiste Zeit dort aufhielten... Einem Ort, wo wir auch Getränke gelagert hatten, und das Essen für Bands und Helfer stand. Als ich dann R. drauf ansprach, daß er doch bitte ein wenig mit drauf achten solle, daß da hinten nicht jeder sich frei bedient, kam nur patzig zurück "Das ist deine Party, geht mich nix an". Richtig verdächtig wurde es dann, daß eben jene R.-Freunde ständig volle Bierflaschen hatten, obwohl sie sich vorne an der Verkaufstheke (wo es die Getränke zu superfairen Preisen zu erstehen gab) nie blicken ließen. Und als ich die jungs dann erwischte, wie sie sich ohne zu fragen auch am Essen bedienten, bekam ich zur Antwort, daß R.s Frau ihnen gesagt hatte, sie können sich nehmen was sie wollen. Nicht daß das jemand falsch versteht: Es war von vorne herein klar ausgemacht, daß ausschließlich Bands und Helfer Freiverpflegung bekommen, und selbst meine engsten Freunde haben gerne den kleinen Beitrag geleistet, um mir etwas von den paar hundert Euro Kosten zu befreien, die durch die Raummiete zustande kamen. Und eben jene Menschen, die einzigen, die an diesem Abend ne Menge Kohle verdient haben, während alle anderen auf die eine oder andere Weise bezahlen mussten, verschenkten dann auch freimütig meine Sachen!
Damit nahm dann auch das Unglück seinen Lauf. Frau R. bekam meinen Ärger mit, drückte mir schnell ein paar Euronen in die Hand und meinte, dass es damit ja gut sein müsse. War es für mich aber nicht, ich fand die ganze Tour einfach nur fürn Arsch. Also bat ich R., mit mir mal in Ruhe darüber zu reden, und erklärte ihm, daß ich die Aktion scheiße fand. Als Antwort bekam ich, es sei sein Raum, er könne da machen was er wolle, und seine Kumpels könnten sich bedienen wie sie wollen. Außerdem drohte er mir mit Schlägen, obwohl ich weiterhin ruhig geblieben war, und meinte, ich solle meine Sachen packen. An diesem Punkt ging ich rein, stellte die Musik ab und verkündete, dass die Party soeben zuende war. Es gab noch eine kurze verbale Auseinandersetzung, und das Ottistock 2008 endete mit einem traurigen Schatten so um ca 3 Uhr nachts. Für mich ist das Thema somit jetzt abgehakt, der werte Leser kann sich ja seinen Teil denken.

Kommen wir zu den schönen Dingen des Lebens

Abgesehen von den genannten Problemchen war das diesjährige Ottistock ein voller Erfolg für mich. Vor allem meine Gäste, zu denen natürlich auch die aufgetretenen Musiker zählen, waren einfach wundervoll... Jede(r) Einzelne! Ich werd jetzt bewusst keine Namen nennen, einfach um niemandem das Gefühl zu geben, vergessen worden zu sein, aber es waren all jene engen Freunde da, denen es zeit- und reisetechnisch möglich war, aber auch uralte Freunde die ich in den letzten Jahren kaum gesehen habe, sowie natürlich Menschen, die ich an diesem Abend erst kennenlernen durfte. Es ergab sich also genau jenes Feeling, welches für mich das Ottistock immer zu etwas besonderem gemacht hat: Ein generationenübergreifendes Fest mit bunt gemischtem Publikum und jede Menge Spaß.
Ganz besonders gut getan hat mir auch das positive Feedback von vielen Seiten, zu sehen und zu spüren, daß es den Leuten Freude gemacht hat, sogar Dankbarkeit war zu vernehmen... Selbst wenn alles andere daneben gegangen wäre, euer Zuspruch hat mir den Abend zu einem tollen Erlebnis gemacht, und gibt auch Mut in Zukunft mehr solcher Aktionen zu starten.
Wichtig an diesem Abend waren aber natürlich vor allem auch die Auftritte der Bands, auf die ich im folgenden mal eingehe:

Cerion

Cerion ist ein junges Mittelalter-Folk-Duo aus meinem aktuellen Heimatörtchen Weeze. Kathi und Jörg hatten so ziemlich als erste ihre Teilnahme am Ottistock zugesagt, und sich auch auf den undankbaren Platz des Openers eingelassen.
Leider war es für die beiden wohl nicht ganz ihr Tag. Ein Mensch der sie bei ihrer elektronischen Sounduntermalung helfen sollte hatte sie kurzfristig im Stich gelassen, wodurch sie auch erst auf den letzten Drücker an der Location ankamen und kaum Zeit für nen ordentlichen Soundcheck hatten. Neben diesen Dingen, die augenscheinlich die Nerven angriffen, waren zur Zeit ihres Auftritts wirklich noch sehr wenig Gäste da, und es war beiden sichtlich anzumerken, daß sie sich grad nicht unbedingt wohlfühlten auf der Bühne. Trotzdem haben Cerion einen professionellen und soliden Gig abgeliefert, und ihre wahres Potential mehr als angedeutet. Ich jedenfalls fand es schön, die beiden dabei zu haben, und freu mich auf hoffentlich noch viele weitere Live-Erlebnisse mit der Band.

To Resist Fatality

"Eigentlich mag ich keinen Black Metal, aber die Jungs find ich geil!" Dieses Zitat von Lena würde schon fast ausreichen, um das zu beschreiben, was der zweite Act des Abends ablieferte. Die Göttinger Truppe, vielen Nightshade-Lesern schon bekannt, waren die am weitesten angereisten Gäste des Abends, ließen sich aber die anstrengende Reise nicht anmerken. Im Gegenteil, To Resist Fatality übertrafen sogar noch das, was sie schon auf CD eindrucksvoll beweisen konnten, nämlich ihre geballte Metalpower! Gekonnt, verspielt und doch hart schafften sie es, ein Publikum mitzureissen dem sie wohl bis zu diesem Abend fast vollkommen unbekannt waren, und überzeugten auf ganzer Linie. Und auch wenn die Anreise in zwei Autos aus Göttingen sicher nicht billig war, ich vermute To Resist Fatality haben sich an diesem Abend ein paar echte Fans erspielt - Dafür hat es sich sicher gelohnt!

Scoreboot

Der Headliner des Abends, Scoreboot, hatte wohl gleich zwei Heimvorteile: 1. Hatten sie mit meinem alten Freund Falko den einzigen Ottistock-Veteranen an Bord, und 2. waren sie die einzige Band, die einen kleinen Fanclub mitgebracht hatten. Und auch wenn sie bei ihrem Auftritt auf ihren Bassisten verzichten mussten, nutzten Scoreboot die Gunst der Stunde und rockten die Bude in Grund und Boden.
Ich kannte vorher nur die Songs auf MySpace, daher war der Sound für mich auch größtenteils Neuland, aber was Falko und seien Jungs da boten, war einfach nur geil. "Strange Metal" nennen sie es selbst, für mich wars geiler Party-Metal in Reinkultur! Da stehen einfach drei Jungs auf der Bühne, geben alles, machen dabei nen tollen Sound, und versprühen vor allem die Art von Live-Energie, die das Publikum zum kochen bringt - selbst wenn es vergleichsweise wenig Leute sind.

Iris

Offiziell hätte nach Scoreboot dann auch Schluss eins ollen mit Live-Musik... Eigentlich. Einen guten Partyabend macht aber auch spontanität aus, und diese zeigte sich an diesem Samstag in Form von Iris, einer jungen Dame die in Begleitung von Frank und Ina zur Party gekommen war. Iris schreibt selbst Songs, hat aber derzeit noch keine eigene Band, und wollte einfach mal ein paar ihrer Stücke zum Besten geben. Es dauerte nur wenige Momente, bis sie das komplette Publikum in ihren Bann gezogen hatte - Die kleine hat wirklich Talent! Dieser Spontanauftritt wurde auch noch dadurch versüßt, daß unter anderem Falko am Schlagzeug und Maté von TRF am Bass sie begleiteten, und letztlich ein kleiner Männerchor noch Backgroundvocalsbeisteuerte. Aus einer spontanen Eingebung wurd so eine richtig geile Session noch, der Konzertabend fand einen gelungenen Ausklang, und Iris konnte beweisen daß sie für die Bühne geboren ist.

Die restliche Zeit bis zum "bitteren Ende" lief dann noch Musik vom Band, und es wurde getanzt, getrunken und gefeiert. Eigentlich ideal. ;)

Fazit

Es ist natürlich schwer, als Veranstalter ein vernünftiges Urteil über einen solchen Abend abzugeben. Wie dieser Bericht zeigt, seh ich die Probleme kritisch, weiß daß einiges noch hätte besser laufen können. Auf der anderen Seite war es eine Generalprobe, der Test ob ichs auch nach vielen Jahren noch schaffe, gute Konzerte auf die Beine zu stellen. Und subjektiv gesehen glaube ich, ich hab meine Sache doch gut gemacht. Das was daneben ging ist passiert, vor allem werd ich in Zukunft wieder auf professionellere und zuverlässigere Raumeigner achten müssen. ^^
Ich werde jedenfalls versuchen, in nicht all zu ferner Zukunft noch das eine oder andere Party- oder Konzertevent für euch zu organisieren, und ich denk mit so toller Unterstützung wie ich sie auch beim von euch Ottistock bekommen habe, kann das nur toll werden!
Zum Abschluss nochmal ein dickes Dankeschön an meine Helfer (Christa aka Ottis Mama, Wolfgang, Dominik und Lena), die Bands und natürlich alle meine lieben Gäste und Freunde!

Bildergalerie Ottistock 2008

27.09.2008 by Otti

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