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Maria V. Snyder: Yelena und die Magierin des Südens

Man könnte es Glück im Unglück nennen, kurz vor ihrer Hinrichtung wird ihr nämlich ein Angebot gemacht, welches sie eigentlich nicht ausschlagen kann. Statt am Galgen zu baumeln darf Yelena Vorkosterin von Commander Ambrose werden, des Militärmachthabers, der das Land vom König und der Monarchie befreit hat. Doch das verlockende Angebot wird schnell zur Tortur, als verurteilte und geständige Mörderin wird sie von den meisten Bediensteten im Schloss ausgegrenzt, als Vorkosterin hängt ihr Leben jederzeit am seidenen Faden und zudem ist der finstere Sicherheitschef und oberste Berater Valek, welcher ihr den Posten offeriert hat, ein Buch mit sieben Siegeln. Und als wäre das nicht genug, scheinen auch ominöse Gestalten von außerhalb hinter ihr her zu sein. Yelena muss sich den Herausforderungen stellen. Wem kann sie vertrauen? Wer ist Freund, wer ist Feind? Und gibt es vielleicht gar eine Möglichkeit, zu fliehen und wieder in Freiheit zu leben?

Bei Yelena und die Magierin des Südens handelt es sich nicht nur um den ersten Teil einer Fantasy-Trilogie, die nun erstmals in Deutschland beim Mira Taschenbuch-Verlag erscheint, sondern auch um den Debütroman der Autorin Maria V. Snyder, die bis dato vor allem für Magazine und Zeitschriften gearbeitet hatte. Die Fortsetzungen (Yelena und der Mörder von Sitia und Yelena und die verlorenen Seelen) werden im Monatsturnus vom Verlag nun ebenfalls veröffentlicht. Den ersten Teil will ich euch an dieser Stelle vorstellen.

Was zunächst auffällt: Die Autorin schreibt durchweg aus der Egoperspektive, also aus der Sicht der Hauptperson Yelena. Das ist erstmal gewöhnungsbedürftig, da in der Fantasy eher unüblich, zudem lassen sich so natürlich die Gedanken und Empfindungen anderer Charaktere nicht nachvollziehen. Auch erschwert die "Ich-Perspektive" natürlich wesentlich den Aufbau verschiedener Handlungsebenen, tatsächlich verlaufen Yelenas Abenteuer recht linear. Auf der anderen Seite ist diese Vorgehensweise für eine Prosa-Debütantin gar nicht mal so schlecht, denn im Gegensatz zu anderen Autoren verzettelt sich Maria V. Snyder nicht und lässt auch kaum Ungereimtheiten zurück, was mir persönlich sehr sympathisch ist.

Ebenfalls ungewöhnlich ist die Übersetzung - Wofür die Autorin natürlich nichts kann. Zahlreiche Bezeichnungen (z.B. namen von Städten und Giften) sind im englischen Original belassen, was in einer Fantasywelt zuweilen befremdlich wirken kann... Allerdings kenne ich auch genügend Fans, die sich eher über schlecht eingedeutschte Eigennamen aufregen, weswegen das nicht als Kritik verstanden werden sollte.

Überhaupt lässt Yelena und die Magierin des Südens kaum Raum für sachliche Beanstandung, vielmehr bewegt die Autorin sich an vielen Stellen auf ungewöhnlichem Terrain. Yelena lebt in einem Fantasy-Reich, das aber in vielen Stellen an "moderne" Militär-Diktaturen erinnert und auch immer wieder Distanz nimmt von den sonst eher mittelalterlich angehauchten Szenarien, die das Genre dominieren. Auch fantastische Kreaturen sucht man in diesem Roman (fast) vergeblich. Vielmehr konzentriert sich Snyder auf die Ausarbeitung ihrer Charaktere, auf das Alltagsleben unter einem Regime, welches zwar diktatorisch, aber nicht zwangsläufig despotisch daherkommt und um die Empfindungen, Höhen und Tiefen ihrer Protagonistin. Und genau das gelingt ihr ausgesprochen gut!

Als Fantasyfan seit meiner frühen Kindheit hatte ich anfangs Schwierigkeiten, mich in Yelena und die Magierin des Südens einzufinden, da die Masse der Konventionsbrüche doch auf mich einprasselte. Aber nach den ersten zwei bis drei Kapiteln waren es nicht zuletzt auch diese Faktoren, die mich zum weiterlesen antrieben. Wie löst die Autorin jenes Problem? Was sind die wahren Beweggründe jener Person? Mit sauberem Stil, einem Händchen für Intrigen und einer zwar recht linearen, aber schlüssigen Story hat mich Maria V. Snyder über weite Strecken fasziniert. Manchmal hätte man sich vielleicht noch etwas mehr Tiefgang gewünscht, aber vermissen tut man diesen nur selten. Insgesamt ist Yelena und die Magierin des Südens ein gelungener Erstling, der das Potential einer talentierten Autorin unterstreicht und Lust auf mehr von ihr macht.

Veröffentlicht: März 2011
Verlag: Mira Taschenbuch
Umfang: 464 Seiten
Preis: 7,95 Euro (Taschenbuch)
ISBN: 978-3-89941-824-8

Cover

06.03.2011 by Otti

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