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Interview (Musik)Blättern: Vorheriger Artikel | Nächster Artikel

Teufel: Rausch statt Schwefel

Viele behaupten ja, sie hätten mit dem Teufel persönlich gesprochen, ich habe den Beweis, es wurde alles aufgezeichnet. Es begab sich auf dem Burgfolk 2010, dass der Höllenfürst sich Zeitz für mich nahm, um mit mir zu plaudern... Es ging vor allem um sein erstes Soloalbum Absinth, welches seit Kurzem zum Kaufe bereit steht.
Tatsächlich aber war der Teufel überraschend menschlich und freundlich, und so plauderten wir auch über Räusche, Musik im allgemeinen und abgeschnittene Ohren...

Otti:
Wir wollen uns ja jetzt hier über dein Soloprojekt unterhalten...

Teufel:
Ja genau!

Otti:
Wie kam es denn überhaupt zu der Idee?

Teufel:
Das ist schon ne ganze Weile am Start, mit dem Soloprojekt. Wir waren ja jetzt ne ganze Weile unterwegs mit Corvus Corax und Cantus Buranus, waren immer beschäftigt, das Tanzwut-Album steht seit ewigen Zeiten aus. Und ich habe natürlich nebenbei trotzdem Songs geschrieben mit deutschen Texten und Stromgitarre. So ist das halt entstanden, im Laufe der Jahre habe ich immer unterwegs was geschrieben.

Otti:
Also ist das über viele Jahre entstanden?

Teufel:
Ja es ist wirklich über eien längere Zeit entstanden. Das Beste habe ich zum Schluß zusammenegfasst und habe festgestellt, dass es doch kein Tanzwut-Album geworden ist sondern ein Teufel-Album.


Später am Tage war Teufel mit Corvus Corax auf der Bühne...

Otti:
Ich finde das auch sehr faszinierend... Gerade diese Zeit, die Du dafür noch findest. Ihr wart gerade erst wieder mit Cantus Buranus unterwegs, die neue DVD Live in München von Corvus Corax ist erschienen. Woher nimmst Du die Zeit da noch?

Teufel:
Naja das ist es eben wenn man sich nicht beherrschen kann. Man setzt sich zwischendurch hin und schreibt noch was, oder irgendetwas hat sich noch angestaut im Kopf, dann macht man einfach was daraus. Man ist ja nicht den ganzen Tag mit irgendwelchen Sachen beschäftigt und sitzt manchmal nur rum, und da ergibt sich das letztlich. Nicht dass ihr jetzt denkt ich wäre jetzt ein total gestresster Mensch deswegen, sondern ich bin eher entspannt.

Otti:
Sind denn alle Instrumente von dir eingespielt?

Teufel:
Also ich hab nen Gast-Gitarristen gehabt, unseren ehemaligen Klampfer Patrick, der auch früher bei Tanzwut gespielt hat. Der war mit im Studio und hat die Gitarren halt eingespielt. Ansonsten die Dudelsäcke, Gesang und die Drums usw habe ich alle selbst gemacht.

Otti:
Was ich auch sehr interessant fand, das Album ist stilistisch ja sehr breit gefächert, es geht von Mittelalter über Rock über Metal bis hin teilweise sogar ins industrielle. War das auch Ausdruck deines eigenen Musikgeschmacks, wo Du sagst das ist das was ich immer mal machen wollte?

Teufel:
Auf jeden Fall! Musik ist ja immer eine Geschmackssache, und ich bin ein Mensch der vielseitig ist und auch vielseitige Musik hört. Ich hör eben nicht bloß Metal oder nur Industrial-Musik oder ausschließlich Mittelalter, sondern bei mir ist das dann von allem etwas, und so hat sich das dann auch - gerade weil es über so eine lange Zeit entstanden ist - so entwickelt, dass es wirklich abwechslungsreiches Material geworden ist, was ich eigentlich immer ganz gut finde. Wenn ich ein Album anmache und ich weiß gleich beim ersten Song, wie der letzte klingt, das ist für mich fast immer anstrengend und langweilig.

Otti:
Aber gerade für ein neues Projekt ist das doch immer recht schwierig für die Leute zu unterscheiden, das ist jetzt Teufel, das sind die anderen Projekte. Weil irgendwo hast Du natürlich auch von allen euren Bands Einflüsse mit reingebracht.

Teufel:
Naja klar. Ich sag mal Teufel pur befindet sich auf Absinth natürlich trotzdem, weil die Stimme ja da ist, weil es meine Stimme ist. Ich hoffe schon, dass man heraus hört, dass ich das bin.

Otti:
Das tut man natürlich, das kann ich bestätigen. Zum Titel: Ich finde Absinth klingt ja doch ein wenig verführerisch, war das auch ne Intention von dir damit die Leute zu verlocken, zu verführen, vielleicht auch das Teufels-Image raushängen zu lassen?

Teufel:
Ein bisschen Teufel ist ja sowieso immer dabei, ich bin ja schließlich auch Schalk, Schauspieler, Spaßvogel... Absinth ist ja eigentlich nicht nur ein Schnaps oder Getränk, sondern das ist auch ein Zustand, das ist Halluzination, Traumgspinste, abgedrehtes Zeug, und ich fand das halt als Titel für das Album sehr passend. Wenn ich das jetzt "Rotwein" genannt hätte wärs Scheiße gewesen.
Du weißt schon was ich meine, das ist schon mehr Psychologie als nur ein Getränk. Van Gogh hat sich im Absinth-Rausch ein Ohr abgeschnitten, verschiedene Schriftsteller und Maler haben da großartige Sachen gemacht, halluzinierende und abgefahrene Sachen und daher fand ich schon, dass das ein guter Titel ist für mein Album.

Kutami

Otti:
Also kann man auch sagen, dass Absinth tatsächlich eines deiner Lieblingsgetränke ist?

Teufel:
Ich habe... ein bisschen... zurückgesteckt... Man sollte es nicht übertreiben, denn sonst ist das Ohr doch irgendwann noch ab, und das wollen wir ja nicht. Der einohrige Teufel!

Otti:
Das würde auf jeden Fall seltsam aussehen... Ein Klumpfuß wäre ja noch okay.

Teufel:
Ja den hab ich ja auch, da habe ich nur nen Schuh drübergezogen.

Otti:
Wo ich übrigens richtig Gänsehaut bekommen habe war bei deiner Version von Die Morität vom Mackie Messer. Man kennt es ja, und es ist von sich aus schon ein cooler Song, aber bei dir bringt das echt Gänsehaut pur! Hast Du denn einen besonderen Bezug zu Berthold Brecht?

Teufel:
Naja die Dreigroschenoper ist ja nunmal eine ganz bekannte Sache und für mich eine richtig geile Sache. Da gibt es ja noch mehr Songs die ich wirklich hammer finde, und wo ich drüber nachdenke ob man da nicht noch ein paar Sachen von verarbeiten könnte. Wunderbar ist auch, dass ich das auf dem Dudelsack spielen konnte. Das habe ich schon öfter gemacht, einfach Mackie Messer auf dem Dudelsack gespielt und da fingen die Leute dann einfach an mitzusingen, die meisten kennen ja den Text.
Ich hab halt das Gefühl das passt auch zu mir, zum Teufel, gerade diese Verwerflichkeit die da mitspielt, dieser Untergrund, dieses Dreckige, und Berthold Brecht hat eine große Beziehung zu Francois Villon gehabt. Der liegt mir auch ziemlich am herzen, ich habe früher in der Kneipe auch ziemlich oft Balladen von Francois Villon gespielt.

Otti:
Ja da hat der Mozart von Umbra et Imago letztens auch noch ein Album zu rausgebracht.

Teufel:
Zu Villon?

Otti:
Ja, das war auch recht cool. Du hast grad gesagt in Kneipen hast Du schon gespielt, aber hast Du vor das Projekt Teufel auch noch auf die Bühne zu bringen, oder wird das dann irgendwann zuviel?

Teufel:
Ich gedenke auf jeden Fall, damit auf die Bühne zu gehen, weil ich kein Mensch bin der einfach was im stillen Kämmerlein produziert ohne das auch auf der Bühne zu präsentieren, ich bin einfach ein Bühnenmensch. Ich kann mir nicht vorstellen eine CD zu erstellen ohne das live aufzuführen. Das bringt ja gerade den Spaß: Endlich raus aus dem Studio und endlich rauf auf die Bühne, es den Leuten anzubieten und zu gucken wie sie mitgehen, obs denen Spaß macht, ob sie es cool finden und ob es ihnen was gibt.

Otti:
Hast Du denn auch schon Leute bei denen Du sagst, mit denen würdest Du das gerne machen? Denn alleine alle Instrumente zu spielen wird natürlich ein wenig schwierig.

Teufel:
Naja nee, ich hab natürlich schon Leute die auf jeden Fall mitmachen werden, aber das können wir vielleicht im nächsten Interview enthüllen. Ich will in der Hinsicht noch ein bisschen geheimnisvoll bleiben... Das kann man ja so nach und nach enthüllen. "Jetzt ist die Band am Start", das wäre doch nochmal nen Thema. Man muss ja nicht alle Geschenke vor Weihnachten auspacken.

Otti:
Na so ein Weihnachtskonzert wäre ja schonmal nicht schlecht.

Teufel:
Dazu muss ich sagen, ich will mich nicht übernehmen. Ich denke mal im nächsten Jahr werden wir auf jeden Fall auf der Bühne sein, da sind auch schon die ersten Festivals bestätigt wie das Zita Rock zum Beispiel. Dann war noch was in Illingen nächstes Jahr, da ist nen Festival , da sind wir dann mit dem Teufel...

Otti:
In der Illipse nehm ich an?

Teufel:
Ja genau.

Otti:
Ja cool, dann muss ich ja doch nach Berlin nächstes Jahr.

Teufel:
Na Berlin ist doch immer ne Reise wert!

Otti:
Klar immer wieder, aber das ist natürlich von hier aus immer ein bißchen weit.
Was ich zudem faszinierend finde, nicht nur auf Teufel bezogen, sondern allgemein zu all deinen Projekten: Du hast soviele Melodien, soviele Texte die Du dir merken musst, wie schafft man das?

Teufel:
Das frag ich mich ehrlich gesagt manchmal selber, wie man das alles in so nen kleinen Kopf reinkriegt, aber irgendwie geht das. Manchmal denkt man, man habe alles vergessen, und dann steht man auf der Bühne und es ist alles wieder da. Mit einem Schlag. Natürlich muss man proben und üben und tun und machen, aber grundsätzlich geht es irgendwie, keine Ahnung wieso.


"Absinth ist ja eigentlich nicht nur ein Schnaps oder Getränk, sondern das ist auch ein Zustand"

Otti:
Aber ich vermute mal dann werdet ihr vor den Konzerten auch nur die Stücke proben die gerade relevant sind?

Teufel:
Ja sicher! Da macht man dann nur das, damit man darin wieder fit ist. Ich kann mir sowas eigentlich ganz gut merken, also Texte auswendig lernen und so das liegt mir.

Otti:
Aber so Patzer oder sowas, hast Du das auch in letzter Zeit noch erlebt? Dass Du da standest und der Text war einfach komplett weg?

Teufel:
Nee zum Glück nicht, das wäre ja Alptraum-mäßig!

Otti:
Das Album hast Du ja auch auf Teufel Records herausgebracht...

Teufel, Ja, das ist mein neues Label.

Otti:
Was war der Grund dafür? Hast Du dir gedacht Du musst da einfach mal komplett frei sein?

Teufel:
Naja wenn Du Investitionen tätigst und sowas machst, dann machst Du es entweder mit Kompagnons oder eben nicht. Wenn Du das jetzt mit anderen machst und eine Firma oder sowas bist, dann musst Du natürlich auch imemr über irgendwelche Finanzen reden und alles ausdiskutieren, wenn ich aber jetzt alleine ein Album rausbringe, dann kann ich nicht zu meinen Kollegen ankommen und fragen, ob sie da mal mit investieren. Also da haben wir schon getrennte Verhältnisse.

Otti:
Aber Kontakte von Tanzwut oder von Corvus Corax die nutzt Du dann doch, oder?

Teufel:
Naja die haben wir ja alle. Kontakte von Tanzwut, Corvus Corax, Cantus Buranus, das ist ja sowas was wir alle zusammen aufgebaut haben über die Jahre und Jahrzehnte hinweg, da ist das natürlich klar. Also wir spielen hier heute mit Corvus Corax auf dem Burgfolk, wir haben hier schon mit Tanzwut gespielt, vielleicht spielen wir hier auch mal mit "Teufel", wenns ich das ergibt.

Otti:
Du sagst grad ihr seid hier regelmässig schon gewesen. Ist das Burgfolk für dich irgendwie ein besonderes Festival, oder ist das einfach einer von vielen Terminen?

Teufel:
Also ich finds schon ganz cool, weil ich find den Veranstalter vor allem sehr nett.

Otti:
Den Michael.

Teufel:
Ja, der is richtig cool, wie oft haben wir schon mit dem gesoffen, an der Hotelbar, das war richtig lustig. Das ist nen echt geiler... sagen wir mal Entertainer und Unterhalter am Abend.

Otti:
Und er sagt ja auch er lässt wirklich nur die Bands auftreten, die er persönlich sehr mag. Das ist für ihn eine Herzensangelegenheit, nicht so wie bei Leuten die nur auf die Kohle aus sind.

Teufel:
Ja eben, und so nen Veranstalter hast Du auch nicht jeden Tag, der dann abends im Hotel vorbei kommt und sagt "Komm, ich geb noch einen aus". Das find ich schon sehr geil, wenn man sich mit den Leuten so auch persönlich versteht und nicht bloß ankommt, gleich auf die Bühne und dann wieder abhaut. Also das drum und dran an so nem Festival ist ja eigentlich auch das was Spaß macht, was zählt. Dass man die Leute auch immer wieder sieht.

Otti:
Und auch neu kennenlernt.

Teufel:
Und auch das, ja.

Otti:
Hast Du sonst noch etwas, auf das du dich heute besonders freust, auch was Bands angeht oder so? Zum Beispiel Nachtgeschrei?

Teufel:
Ich freu mich vor allem darauf mit dem Veranstalter ins Hotel gehen und Bier zu trinken! *lach* Das wird bestimmt richtig lustig heute. Aber Nachtgeschrei ist natürlich auch cool. Ich werd mir jetzt auch die bands so nebenbei anschauen und mir ein Bier aufmachen, ist ja so langsam die Zeit dafür und dann werd ich mal so meine Runde drehen und mich umschauen.

Otti:
Bevor ich es noch vergesse, du hast es grad schon erwähnt, das neue Tanzwut-Album steht aus. Wann kommt es?

Teufel:
Auf jeden Fall nächstes Jahr.

Otti:
Das letzte ist ja schon ein bisschen was her.

Teufel:
Ja, das muss langsam kommen. Natürlich auch mit Tour und allem drum und dran.

Otti:
Da sollten wir dann zu der Gelegenheit auch nochmal drüber quatschen.

Teufel:
Klar das machen wir.

Otti:
Na dann darfst Du jetzt noch deine letzten Worte von dir geben...

Teufel:
Die letzte Ölung oder was? *lach*
Ja ich hoffe natürlich, dass wir uns mit dem Teufel-Projekt vor der Bühne und auf der Bühne sehen, schön im Absinth-Rausch alle, und dass wir dann schön Mucke machen, Party machen und eine geile Zeit haben

Teufel

Art des Interviews: face2face
21.09.2010 by Otti

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