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Zeraphine: Whiteout

Flieh mit mir...“ - mit diesen Worten und dem Album „Kalte Sonne“ begann 2001 die Berliner Band um Sänger Sven Friedrich ihre Erfolgsgeschichte. In den Jahren danach folgten in recht regelmäßigen Abständen weitere Alben, die Zeraphine in der Szene weiter etablierten. Nach dem Album „Still“ im Jahr 2006 wurde es es erstmals – Achtung, schlechter Wortwitz! - still um die fünf Musiker, zumindest oberflächlich betrachtet. Bewundern konnte man sie nämlich trotzdem häufig auf diversen Festivals nicht nur unter dem Namen Zeraphine sondern in ähnlicher Besetzung auch als Live-Revival der Dreadful Shadows. Nicht zuletzt hat nahezu jeder von ihnen neben Zeraphine auch noch andere Musikprojekte, unter anderem brachte Sven 2008 mit „Solar Fake“ sein Solo-Debüt „Broken Grid“ auf den Markt.
Dennoch steigt durch solch eine lange Wartezeit natürlich die Spannung, wie das neue Werk „Whiteout“ denn nun so sein wird, auch wenn es schon einen kleinen Vorgeschmack gab durch das Video zur Single „Out of sight“, das sich in gewohnt alternativem Klangbild zeigte.

Hält man die Scheibe dann endlich in Händen und legt sie erwartungsvoll in den CD-Player aka das CD-Laufwerk, so erwartet einen ein atmosphärisches Intro namens „Erwachen“, das ein wenig an die drei Instrumentalübergänge Blind Camera I, II & III des gleichnamigen Albums erinnert und meiner Meinung nach eine perfekte Einleitung darstellt für das, was kommt. In diesem Fall das gesellschaftskritisch anmutende Lieber allein, das wohl so manchem aus der Seele sprechen dürfte und zugleich als Täuschungsmanöver durchgeht, da Zeraphine keineswegs unter die Sozialkritiker oder politischen Bands gegangen ist, auch wenn etwas Kritik natürlich wie immer durchscheint. Bei solch guten, unter die Haut gehenden Texten abseits jeder Klischees ist das wahrscheinlich auch gar nicht anders möglich, zumal diese erneut viel von den – oft eher negativen – Seiten des Menschen handeln. Ein Blick auf die Playlist zeigt, dass die Sprache diesmal hauptsächlich Englisch ist, was hier aber gar nicht näher erörtert werden soll. Sven wird sich etwas dabei gedacht haben, alles andere ist eine Frage des ganz persönlichen Geschmacks.
Im Vergleich zu den Vorgängeralben fällt auf, dass der elektronische Anteil zugunsten der Gitarren mit jedem Album weiter zurückging, was bei „Whiteout“ natürlich auch daran liegen mag, dass sich Sven diesbezüglich jetzt bei seinem Soloprojekt völlig austoben kann. Während jedoch „Still“ für den üblichen Zeraphine-Sound recht rauh daherkam, wirkt das neue Album sehr homogen und harmonisch. Grund dafür dürfte auch die lange Zeit sein, in der an den Songs gearbeitet wurde und diese teils, wie „Louisa“ (deren wahre Identität übrigens nicht verraten wird), schon vorab dem Publikum präsentierten. Manchmal hat man aber ein bisschen das Gefühl, dass ein wenig der "Pfiff" fehlt, einfach weil es schon fast zu perfekt und "rund" wirkt, wofür man die Fünf aber nicht wirklich kritisieren kann.

Nichtsdestotrotz ist Zeraphine hier wieder einmal ein wundervolles Werk gelungen, das sicher alle ansprechen wird, die ihre emotionsgeladenen, Gänsehaut und Tränen verursachenden Texte sowie ihren alternativen Stil schon immer mochten. Für die eingefleischten Fans gibt es übrigens auch eine Fan Edition, die mir privat aber erst kommende Woche ins Haus flattern wird, weswegen ich mich zu diesem Zeitpunkt noch nicht dazu äußern kann, außer dass sie eine zusätzliche DVD mit dem Video zu „Out of sight“ sowie zum Bonustrack des Vorgängeralbums, „Out of the void enthält, außerdem vier Songs vom Blackfield Festival 2009 und ein Interview mit Studio-Impressionen. Sobald diese also von mir gesichtet wurde, könnt ihr hier genaueres über die DVD lesen.
Bis dahin möchte ich euch zwei Titel ans Anspieltipps ans Herz legen, nämlich das energiegeladene „The stream“ und als Kontrastprogramm das letzte und namensgebende Stück „Whiteout“ mit alten Bekannten von der Letzten Instanz als Gastmusiker, das melancholischer und sehnsuchtsvoller nicht sein könnte.

Trackliste
01. Erwachen
02. Lieber allein
03. I will be there
04. Out of sight
05. Tomorrows morning
06. Louisa
07. Rain falls
08. Waiting for the day to end
09. Du fragst nicht mehr
10. The stream
11. Remaining desires
12. Whiteout

Veröffentlichung: 11. Juni 2010
Label: Bmg Rights Management Gmbh (rough trade)

Zeraphine - Homepage


11.06.2010 by Sijaita
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