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Interview (Musik)Blättern: Vorheriger Artikel | Nächster Artikel

Divamee: Alles im Leben hat einen Sinn

Mit sozialem Engagement, Liebe zur Musik und unermüdlichem Eifer haben sich Divamee nicht nur in unsere Herzen gespielt, sondern mittlerweile national wie international eine beachtliche Fangemeinde erspielt.Jüngst traten sie unter anderem auf dem Newcomer-Contest des Amphi auf, aktuell arbeiten Lysz, Kim und ihre Mitstreiter zudem am zweiten Divamee-Album. Es hat sich viel getan bei unseren Freunden, weswegen ich Lysz ml dringend wieder für euch ausfragen musste.

Otti:
Hallo Lysz, seit unserem letzten Interview sind nun knapp 3 Jahre vergangen. Seitdem ist viel passiert: Du bist umgezogen, die erste Divamee-CD namens Experiment ist erschienen und es gab Umbesetzungen in der Band. Magst Du nicht kurz unsere Leser auf den neuesten Stand bringen?

Lysz:
Hallo Otti! Ja, 1.5 Jahre nach der Veröffentlichung unserer ersten CD im Sommer 2008 haben sich nicht nur die Menschen hinter dem Projekt Divamee verändert, sondern auch die Konstellation der Musiker an sich. Kern der Band sind nach wie vor Kim Strange und ich, nachdem Liva aus beruflichen Gründen aussteigen musste. Zudem haben wir sämtliche Gastmusiker aus Nürnberg und Umgebung aufgrund der Entfernung verloren, als wir wegen meines Jobwechsels im August 2009 nach Mannheim gezogen sind. Mittlerweile stehen wir aber mit neuen Musikern im Proberaum und feilen an den Liedern unserer 2. CD!


"Ganz selten verspüre ich Angst vor meiner eigenen Courage."

Otti:
Handelt es sich bei diesen neuen Leuten denn ebenfalls um Gastmusiker, oder wollt ihr die Verantwortung innerhalb der Band insgesamt auf mehr Schultern aufteilen?

Lysz:
Planen lässt sich sowas natürlich nicht – aber augenblicklich scheint es so, als würde Divamee tatsächlich aus vier Personen bestehen: Kim Strange, Chamo (E-Drums und Gitarre), Chuck (Keyboard) und mir. Jeder bringt sich auf unterschiedliche Art und Weise in die Band ein und wird nicht nur als Gastmusiker zu Konzerten aktiviert. Chuck als gebürtiger Amerikaner z. B. korrigiert meine englischen Texte, ebenso wie die Aussprachen. Chamo dagegen bringt z. B. seine eher gitarrenlastigen musikalischen Einflüsse ein. Wir entwickeln uns gemeinsam - und das wird man auch hören!

Otti:
Aktuell arbeitet ihr fleißig an einem neuen Album, wie du schon erwähnt hast. Wie weit seid ihr denn dabei bereits voran geschritten, und in welcher Form wird sich das neue Werk vom ersten Album unterscheiden?

Lysz:
Private und berufliche Erfahrungen/Ereignisse haben zu persönlichen Veränderungen geführt, die sich natürlich auch in den neuen Liedern wiederfinden. Auch haben wir als Musiker dazugelernt - allein durch die Zusammenarbeit mit anderen Bands und durch das Spielen etlicher Konzerte im In- und Ausland. Divamee würde ich insgesamt als reifer bzw. ausgereifter beschreiben. Dies betrifft nicht nur die Texte und die – mittlerweile 100% eigenen – Kompositionen, sondern auch den Gesang und die technischen Fertigkeiten. Kim Strange betreibt nun sein eigenes Tonstudio, womit wir auch aus diesen Erfahrungen bezüglich Technik und den Stilen verschiedener Bands profitieren. Unsere Musik geht (dank Chamo) heute mehr in die rockigere Richtung, wobei dem Gesang die Aufgabe zuteilwird, abwechslungsreich und „immer wieder anders“ zu klingen. Für viele Sängerinnen scheint es schwierig zu sein, Variation in die Stimme zu bringen, so dass sie schnell langweilig klingen. Während uns dies auch schon für die Experiment wichtig war, wollen wir die aktuellen Lieder insgesamt weniger gradlinig, dafür treibender gestalten. All dies wird schätzungsweise Ende 2010 auf unserer 2. CD zu hören sein. Oder auf Konzerten, wenn wir ab Herbst die neuen Lieder an unserem Publikum ausprobieren ;)

Otti:
Ein paar neue Songs gibt´s ja auch schon auf eurem MySpace zu belauschen, wie etwa Dollish Thing oder Liebesaus. Sind das Kandidaten für das neue Album? Und wenn ja, handelt es sich schon um Endfassungen oder seid ihr daran auch noch am feilen?

Lysz:
Nein, es handelt sich hierbei nicht um Endfassungen. Dies sind lediglich Demo-Aufnahmen, die wir im Proberaum und teilweise auch live testen. Sobald sämtliche Lieder der 2. CD stehen, werden wir sie in unserem Aufnahmestudio einsingen. Und ja, Lieder wie Dollish Thing und Liebesaus werden auf jeden Fall auf der 2. CD veröffentlicht werden!

Otti:
Bei der Arbeit am neuen Album könnt ihr natürlich auch auf die Erfahrungen bei Experiment zurückgreifen. Inwiefern geht ihr nun anders an das Songwriting heran? Und gibt es im Rückblick nun Songs oder Arbeitswege bei Experiment, über die ihr im Nachhinein den Kopf schüttelt und euch denkt, das hättet ihr besser oder zumindest einfacher machen können?

Lysz:
Um es kurz zu machen: hier und jetzt würden wir die Experiment auf keinen Fall mehr veröffentlichen! Sämtlich jeden Punkt würden wir heute anders/besser machen. Andererseits bin ich natürlich sehr stolz auf diese CD, stehe 100%ig hinter ihr - und es wäre doch eher traurig, würden wir uns nicht weiterentwickelt haben. Wir haben mit/durch unsere erste CD sehr viel gelernt, was wir nicht missen möchten. Evolution ist nun mal das, was uns am Leben hält. Und ich kann für uns nur hoffen, dass wir in 2 Jahren auf dieselbe Art und Weise über unsere 2. CD denken, wenn wir dabei sind, den Nachfolger zu produzieren – denn dann, und nur dann, sind wir auf dem richtigen Weg!

Otti:
Ich geh mal davon aus, dass auch das zweite Album wieder Themen wie Tierschutz oder auch Herzschmerz umfassen wird. Hast Du dir da im Vorfeld einen Leitfaden erarbeitet, welche Inhalte Du letztlich transportieren möchtest, oder wie gestaltet sich die textliche Arbeit derzeit bei dir?

Lysz:
Bislang gibt es nicht mal einen Text zum Thema Tierschutz - ich bin grad selbst ein wenig überrascht… Ich bin aber einfach nicht der Mensch, der sich selber durch einen Leitfaden einschränkt. Deshalb schreibe ich Texte nicht über festgesetzte Themen, sondern über das, was mich just in diesem Moment beschäftigt. Vielleicht kommt noch ein Tierschutz-Text hinzu, das weiß ich jetzt noch nicht. Aber falls nicht, sollte auch so jedem, der sich mit Divamee oder auch nur mit mir und meiner Vergangenheit beschäftigt, klar sein, wie wir zu diesem Thema stehen! Liebe, Gefühle im Allgemeinen, Erfahrungen, Erlebnisse, Vergangenheit und Zukunft – solche Themen stehen für die 2. CD im Vordergrund. „Life is for living“ lautet der Arbeitstitel. Authentisch sein, das ist mir wichtig. Kein Stammtischgelaber, keine Lügen oder Beschönigungen. Wenn mich etwas bewegt, schreibe ich es nieder: zuletzt geschehen auf einem Barhocker in einer Disko…

Otti:
Wir hatten uns schon in unserem letzten Gespräch über das Thema Kindesmissbrauch unterhalten - In den letzten Wochen und Monaten kam dieses speziell im Zusammenhang mit christlichen (meist katholischen) Einrichtungen und Institutionen wieder verstärkt in die Medien. Wie hast Du diese Diskussion verfolgt, wie schwerwiegend sind in deinen Augen diese Vorkommnisse im Kontext mit der Gesamtthematik, und was sagst Du zu den Reaktionen der Kirchenoberhäupter, vor allem des Papstes?

Lysz:
Wer behauptet, von diesen Dingen heute das erste Mal etwas zu hören, ist entweder ein Kind oder weltfremd. Und wer sich während des Medienspektakels darüber empört hat, ist in meinen Augen lediglich ein Opfer der Stimmungsmache durch diese Medien. Setzt man sich einmal kritisch mit dem Christentum auseinander, gliedert sich der Kindesmissbrauchsskandal lediglich in eine lange Reihe verschieden gearteter Skandale der letzten 2000 Jahre ein. Ich verfolge keinesfalls den momentanen Medienrummel - und vor allem überrascht mich das Geschehene nicht im Mindesten. Zudem ist mir völlig egal, was die Kirchenmänner zu diesem Thema zu sagen haben. Es ist passiert. Es passiert wahrscheinlich sogar immer noch. Und ich bin davon überzeugt, dass es auch in Zukunft passieren wird. Das sind wichtige Punkte - und nicht, welchen Imageschaden die Kirche davontragen wird! Kindesmissbrauch, ob kirchlich oder z. B. familiär, wird genauso wenig auszurotten sein wie etwa Tierquälerei oder Umweltsünden. Das hat mit Pessimismus oder Resignation nichts zu tun, das nenne ich „Tatsachen in die Augen schauen“. Solange wir nichts ändern, wir uns nicht ändern, müssen wir mit diesen unerträglichen Geschehnissen leben. Und da wir uns als Kollektiv nicht ändern wollen, muss sich der Normalbürger eben über den Papst und Co. aufregen. Das gibt ihm sicher ein ehrbares Gefühl und wäscht ihn von eigener Schuld/Verantwortung frei! Nein danke, ich brauche sowas nicht!
Aber ich möchte nicht falsch verstanden werden: Kindesmissbrauch ist für mich neben dem Tierschutz ein zentrales Thema meines Lebens! Jeder einzelne Fall, von dem man dank der Presse erfährt, schockiert mich. Meine Konsequenzen in Bezug auf die Beteiligung der Kirchen habe ich vor Jahren gezogen, als ich aus der Religionsgemeinschaft austrat, ohne meinen persönlichen Glauben zu verraten. Desweiteren entstand im Sommer 2009 unser Lied Eleven, welches die Sinnhaftigkeit der 10 Gebote in der heutigen Zeit zum Inhalt hat. Vielleicht hatten die 10 Gebote vor 2000 Jahren ihren Nutzen, heute sind sie dagegen überholt! Die Zahl 11 bezieht sich auf das von uns geforderte elfte Gebot „You shall not fuck a child“. Man kann sicher darüber diskutieren, welche Gebote heute ebenfalls Sinn machen würden - mir persönlich war eben dieses wichtig!

Otti:
Wo Du vom "aktuellen Medienrummel" sprichst: Mich persönlich fasziniert und entsetzt es immer wieder, wie durch Medien, Presse und Politik Strohfeuer die Menschheit kurzzeitig packen. Nur ein paar recht aktuelle Beispiele: Die sogenannte "Schweinegrippe" scheint genauso schnell verschwunden, wie sie gekommen war. Die Menschen in Haiti leiden immer noch an den Nachwirkungen des großen Erdbebens, aber hören wir davon noch? Und in der Zwischenzeit starben viele Menschen bei anderen Naturkatastrophen, fernab unserer Wahrnehmung. Und trotz der angeblichen Weltwirtschaftskrise hat sich das Verhalten von Managern und Kleinbürgern nicht im Geringsten geändert. Sind wir Menschen einfach nur naiv, oder woran liegt es deiner Ansicht nach, dass all diese großen "Katastrophen" so spurlos an unserer Gesellschaft vorbei gehen und nahezu in Vergessenheit geraten?

Lysz:
Würde ich an Verschwörungstheorien glauben, würde ich sagen, dass seien alles Ablenkungsmanöver, damit wir bloß nicht eigenständig denken und dementsprechend handeln. Wir würden ruhiggestellt. Ständig hier eine Katastrophe, dort ein Skandal. Selbst der mitfühlendste Mensch muss doch unweigerlich bei all dem Überfluss abstumpfen. Ich besitze seit 15 Jahren keinen Fernseher mehr - und bevor ich ihn verschenkt habe, diente er als Staubfänger. Erstaunlicherweise bemerkt man mit zunehmender Anzahl „medienfreier“ Jahre einen Unterschied in der eigenen menschlichen Entwicklung. Es scheint, als würde uns der Verdummungsapparat nicht erreichen, als hätten wir tatsächlich genügend Abstand, um diese – in meinen Augen – Medienkampagnen differenzierter zu betrachten. Wir versinken nicht in diesem Sumpf der Lethargie, der Gleichförmigkeit. Wir sind nicht ständig mit Vorgekautem beschäftigt, sondern gezwungen, selbständig zu denken. Nicht angewiesen auf die Meinung/Denkweise der „anderen“. Dennoch habe ich nicht den Mumm, zu glauben, dass Haiti, Schweinegrippe und Co. der Kontrolle einiger Mächtiger unterliegen. Verursacht, um das „Fußvolk bei Laune zu halten“ - wie auch immer diese Laune gerade aussehen soll…

Otti:
Uns beide verbindet, neben anderen Dingen, dass wir aktuell Phasen des Umzugs und der beruflichen Veränderung durchleben. Mit welchen Gefühlen begegnest Du solchen Schritten in deinem Leben, wie gehst Du damit um? Und hast Du das Gefühl, nun "angekommen" zu sein?

Lysz:
Ganz selten verspüre ich Angst vor meiner eigenen Courage. Ich erlebe mich als jemanden, der sich selbst ständig aufs Neue ins kalte Wasser schubst. Aber ich „mache“ einfach: denn mehr als versagen kann ich nicht. Und das wäre doch nur menschlich, oder?! Manchmal stehe ich vor meinem Leben wie ein staunendes Kind mit weit geöffneten Augen und wundere mich, was mir alles passiert. Und dann gibt es Menschen in meinem Leben wie Kim, die mir klarmachen, dass das alles kein Glück oder Zufall ist, sondern das Resultat meiner harten Arbeit. So langsam beginne ich, mich zu entspannen, und auch mal all das zu genießen, was ich erreicht habe und vor allem auch, wer ich geworden bin. Ob ich angekommen bin? Ein eindeutiges Nein. Ich habe nicht nur noch viele Träume, ich werde mir etliche hiervon auch noch erfüllen! Und daran arbeite ich - täglich.

Otti:
Das macht mich natürlich jetzt neugierig. Was ist denn der nächste Traum, den Du verwirklichen möchtest, und wie weit bist Du bereits bei der Umsetzung?

Lysz:
Deine Neugier in Ehren - aber ich bin abergläubisch. Das ist wie mit Wünschen, die man auch niemanden verraten sollte, wenn man möchte, dass sie in Erfüllung gehen! Nur so viel: aktuell stehen drei größere Pläne an, die ich in den kommenden Jahren verwirklichen will. Einer fürs Herz, einer für mein Ego und einer für meine Seele.

Otti:
Du bist abergläubisch? Hast Du denn auch wichtige Rituale, die dich durch deinen Alltag oder dein Musikerleben begleiten?

Lysz:
Es gibt schon einige Rituale, die mir einfach auch Sicherheit geben. Dinge, über die ich selber schmunzeln muss! Hierbei handelt es sich um nichts Außergewöhnliches - ich denke, jeder Mensch hat (vielleicht auch unbewusst) irgendeinen Aberglauben…

Otti:
Irgendwie schaffen wir es immer, in ernste und tiefsinnige Themen einzutauchen, wo ja auch nichts gegen spricht. Ich weiß aber auch, dass Du ein sehr humorvoller und lebensfroher Mensch bist. Wer oder was hat dich denn so in der letzten Zeit am meisten zum Lachen gebracht?

Lysz:
Das einzige Lebewesen, welches es wirklich jeden Tag schafft, mich zum Lachen zu bringen, ist mein Hund! Er ist - als ehemaliger rumänischer Straßenhund - derart liebesbedürftig, dass er genau weiß, wie er meine Aufmerksamkeit bekommt. Dabei ist er natürlich so süß, dass mir gar nichts anderes übrig bleibt, als ständig glücklich zu sein und zu lachen! Aber auch intelligenter Humor, der die Ernsthaftigkeit des Lebens ein wenig aus den Angeln hebt, ist etwas, was mich anspricht.

Otti:
Du kommst ja auch beruflich und durch deine Musik viel herum. Wenn Du nun mal eine Reiseempfehlung geben solltest, abseits jeglicher Pauschalreisen natürlich, was wäre das?

Lysz:
Israel! Ein phantastisches Land voller Abenteuer, liebenswürdiger Menschen, Geschichte und mystischer Orte.

Otti:
Und wenn Du dir irgendeinen Ort, eine besondere Gelegenheit wünschen könntest, für einen Auftritt mit Divamee - Wann und wo würdest Du besonders gerne auftreten?

Lysz:
Wir sind immer für einen guten Zweck zu begeistern - wie zuletzt für eine Veranstaltung des Amphi Festivals, bei der sämtliche Einnahmen an „Dunkelziffer e. V.“ gingen! Aber ein Festival zusammen mit Laibach, Fields of the Nephilim und a-ha würde auf jeden Fall in die Kategorie „ich wünsche mir“ gehören… und da wäre der Veranstaltungsort dann völlig nebensächlich!

Otti:
Im Gegensatz dazu, welche Umstände würden dich bzw. euch dazu veranlassen, einen Gig abzublasen, selbst wenn mit rechtlichen Konsequenzen zu rechnen wäre?

Lysz:
Wenn ich erfahren würde, dass wir mit unserem Auftritt tierverachtende Firmen wie z. B. „Kentucky Fried Chicken“ oder politisch rechts eingestellte Institutionen oder einen Veranstalter mit pädophilen Neigungen o. ä. unterstützen, würde ich meine Zusage sofort zurückziehen! „Spielen um jeden Preis“ mag ja ein Motto sein, wenn man als Band am Anfang steht - aber dieses setzen wir nicht gegen unsere Moralvorstellungen um.

Otti:
Mir kam grad ein ziemlich schlechter Werbeslogan in den Sinn, aber die Frage interessiert mich grad trotzdem: Wenn Du dein Leben noch einmal leben könntest, würdest Du dann alles genauso machen?

Lysz:
Einer der Gründe, weshalb ich mein Leben liebe und in vollen Zügen genieße, ist sicher der Umstand, dass ich weiß, dass alles in meinem Leben einen Sinn hat. Manchmal versteht man dies erst Jahre nach einem vermeintlichen Unglück/Tiefschlag… Ich hadere nicht mit dem Schicksal, neide Mitmenschen nicht ihr Glück, denke nicht an „was wäre, wenn“. Ich danke jeden Tag für mein Leben, für alles, was darin geschieht – sei es auf den ersten Blick „positiv“ oder „negativ“. Ich bin tief im Inneren einfach nur dankbar und glücklich. Ich versumpfe nicht im Seelenmatsch, ich schwebe durch mein Leben! Aber um Deine Frage zu beantworten: es gibt für mich keinen Grund, an dem Weg zu zweifeln, den ich bislang gegangen bin. Ich kann zu jeder Entscheidung meines Lebens stehen, denn sie hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin! Und nur für den Fall, dass Du mich fragen willst: da ich keine Göttin bin, kann ich Dir leider auch nicht sagen, welchen Sinn z. B. Tierquälerei und sexueller Missbrauch in unserer Welt haben…

Otti:
Dieses Jahr ist bei mir - wie schon erwähnt - ein Jahr voller Veränderungen, auch privat. Aktuell befasse ich mich sehr mit dem Thema Freundschaft. Was bedeutet diese denn für dich, was erwartest Du von echten Freunden? Und gibt es für dich Gründe, eine langjährige Freundschaft konsequent zu beenden?

Lysz:
Ich erwarte Ehrlichkeit und Offenheit. Und ich erwarte im Gegenzug, dass auch ich ehrlich und offen sein darf. Nur auf dieser Basis ergeben sich in meinem Leben Freundschaften - die dafür aber Zeit und Raum überdauern! Ich bin ein eigenständiger Mensch mit einem ausgefüllten Leben, der gern mit sich und seinen Gedanken alleine ist, was allerdings nicht gleichbedeutend ist mit „einsam“. Das heißt, ich genieße Freundschaften, suche aber nicht nach ihnen… Unter diesen Voraussetzungen wüsste ich auch keinen Grund, eine Freundschaft zu beenden. Jeder Mensch macht Fehler: würde mir ein Freund offen und ehrlich etwas beichten, das er getan hat und das mir am Ende geschadet hat, würde ich ihm verzeihen, wenn er mich denn darum bäte. Wiederholungstäter ausgeschlossen - ich bin ja trotz allem weder dumm noch allzu naiv!

Otti:
Wo wir gerade beim Thema "Ende" sind, versuch doch einfach mal einen Abschluss für dieses Interview zu finden, der mich und unsere Leser vollkommen überrascht. :)

Lysz:
Da es sowieso Jeder weiß, der mich näher kennt, und da ich mich ungern besser darstelle, als ich tatsächlich bin, empfinde ich es als runden Abschluss dieses sehr gelungenen Interviews, wenn ich Dir und jedem Leser, der es bis hierhin geschafft hat, verrate, dass ich die größte Zicke auf Erden bin! Überrascht?! ;) Ich danke Dir, Otti, für Dein Interesse und Deine Fragen, die mich immer wieder zum Nachdenken anregen! Nur, wenn man sich selbst hinterfragt, kann man sich weiterentwickeln. Dir und Deinen Lesern wünsche ich alles Gute im Leben!

www.divamee.de

Art des Interviews: Email
15.09.2010 by Otti

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